Kategorie: Sonstiges

Kleines o

Zum vierten Mal gegen Corona geimpft. Jetzt gegen die Omikron-Variante. Besser: gegen eine der vielen Omikron-Varianten die hier und anderswo unterwegs sind. Wenn es demnächst ein Serum gegen den vorherrschenden Omikron-Subtypus geben sollte, werde ich meinen Oberarm auch zum fünften Male hinhalten. Das versteht sich von selbst.

Oben ohne

Nun war auch das zweite Auge dran, das Linke. Und seit heute Morgen ist auch die Augenklappe beseitigt, auf beiden Seiten also neuer Klarblick. Die grauen Stare sind Geschichte. Binnen zweier Wochen hat mich Laserkraft und medizinische Kunst mit einer Sehschärfe ausgestattet, die ich seit dem vierzehnten Lebensjahr nur mit Brillen erreichen konnte. Siebenundfünfzig Jahre lang habe ich dabei so ziemlich jede Art von Brillengestell getragen, runde, eckige, ganz kleine, riesige; Hornbrillen, Metall, Kunststoff, randlose Gestelle, grobe, fein-ziselierte, farbige, einfach alle. Jetzt bin ich oben ohne. Vielleicht werde ich noch eine Brille brauchen, vermutlich eine leicht korrigierende Lesebrille. Sicher weiß das noch niemand, wird aber gewiß innerhalb eines Monats entscheiden werden können. On verra. Man wird sehen.

Geiz ist geil

Wenn die Zahlung von neun Euro für ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr schon „Gratismentalität“ ist, als was kann man dann die kirchliche Hochzeit eines Brautpaares bezeichnen, das bereits längst aus der Kirche ausgetreten ist, keinerlei Kirchensteuer zahlt, nun aber die Kirche und die Trauung durch einen Priester für einen pompösen Akt öffentlicher Zurschaustellung und medialen Interesses nutzt?

Im Netz

Hach ist das nett, internet sozusagen, wenn der angekündigte Techniker der Telekom im Handumdrehen das Internet wieder herstellt. Gestern hatte ich es telefonisch mit sage und schreibe drei magentafarbenen Beratern zu tun. Alle mit anderen Diagnosen. Alle mit unterschiedlichen Lösungsansätzen. Alle erfolglos. Und heute: Zack-Zack, Leitung geprüft. Fehler des Telekom-Bautrupps festgestellt und korrigiert, Router neu in Betrieb genommen: Internet funktioniert. Gottlob. Telefon auch, Fernsehen, Heimnetz, Speicher. Mit ist besser als ohne. Ich bin kein Verächter. Vielen Dank, Telekom.

Der Star in mir

Es ist soweit, schon seit geraumer Zeit: das Alter fordert auch von den Augen seinen Tribut. Grauer Star, auf beiden Seiten. Jetzt werden die Linsen herausgelasert, nacheinander, in zwei Schritten, und neue eingesetzt. Danach soll man, wie Freunde berichten, wieder sehen können wie ein junger Adler. Das wäre nicht einmal nötig gewesen. Ordentlicher Durchblick statt unscharf-trüber Bilder, das hätte mir schon gereicht. In sechs Wochen soll ich wieder sehen können wie mit siebzehn. Tja. Aussehen werde ich weiter wie einundsiebzig und verstehen, was ich sehe, werde ich ebenfalls nur als älterer, erfahrener Herr von über siebzig. Gottlob sind nur die Augen trüb, nicht der ganze Kopf. Und nicht mehr sehr lange. Gottlob.

Eins bis Golden

Neunundvierzig Jahre verheiratet. Zederne Hochzeit nennt sich das. Warum auch immer. Das Holz der Zeder gilt als robustes und langlebiges Holz. Eine Analogie also. Eine, die nicht erschreckt. Alt ist alt. Wenn man‘s nun robust nennt und langlebig, schmeichelt es etwas. Dieser besondere Hochzeitstag wird auch als Uranushochzeit bezeichnet. Uranus, eine Göttergestalt aus der griechischen Mythologie, der über die Welt wachte. Nix mit neunundvierzig. Dafür aber steht die Zeder auch für Erleuchtung. Das wiederum gefällt mir. Ob man allerdings die Erleuchtung durch die lang währende Ehe erlangt oder Erleuchtung Voraussetzung ist für das Aushalten einer langen Beziehung, darüber läßt sich niemand wirklich aus.

“Brustpelz”

Präsident Macron mache es vor, lese ich eben im Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auf Instagram sei ein Präsidentenfoto zu sehen, im Wahlkampf geschossen, auf dem der vierundvierzigjährige Franzose lachend auf einer Couch zu sehen ist, das blütenweiße Hemd weit aufgeknöpft, mit “herausquellendem Brustpelz”. Das Redaktionsnetzwerk fragt sich, ob es mehr Männer Macron bald nachmachen. Auf roten Teppichen sei männliche Brust häufiger zu bewundern, Promibrustbehaarung sei indes noch selten. Ich muß auf den übernächsten Trend warten. Den der öffentlich herzeigbaren Rückenbehaarung. Im übrigen ist das Brusthaartoupet bereits für zweihundertfünfzehn Euro und einundachtzig Cent zu haben.