Kategorie: Sport

Vertikale Streßmomente

„Das Spiel der Deutschen ist viel vertikaler und sie erzeugen damit mehr Streßmomente bei der rumänischen Abwehr.“ Die betriebswirtschaftliche Moderatorensprache bei der heutigen Übertragung des Fußball-Länderspiels gegen Rumänien erzeugt bei mir als Zuschauer Streßmomente.

Messi

Messi. Das ist kein Schimpfwort, für die, die internationaler Fußball nicht interessiert. Messi ist der argentinische Superstar vom FC Barcelona. Laut der spanischen Zeitung „El Mundo Deportivo“ soll dieser Messi zwischen Zweitausendundsiebzehn und Zweitausendeinundzwanzig Fünfhundertfünfundfünzig Millionen Zweihundertsiebenunddreißigtausend Sechsundertneunzehn Euro verdient haben. Das kann keiner, der in krankhaftem Übermaß mehr oder weniger wertlose Gegenstände in der eigenen Wohnung sammelt und unfähig ist, sich von diesen Gegenständen wieder zu trennen. Das kann nur Messi. Beide sind Zeichen einer kranken Gesellschaft.

Flick-Schuster bleib bei Deinem Leisten

Hans-Dieter Flick. Doch, kennen Sie, das ist der nette Hansi, Trainer vom FC Bayern München, der so viel freundlicher ist als seine Chefs, die Rummenigges oder Hoeneß’, der stets so verbindlich ist, ruhig, souverän. Papperlapapp. Ist er gar nicht. Nach Kritik an seinem Club wegen der Reise nach Katar keilte er in Rummeniggemanier aus: „Der Herr Lauterbach hat immer einen Kommentar abzugeben“, so Flick und bezeichnete den Mediziner und Bundestagsabgeordneten als „sogenannte Experten. Ich finde sowieso, in der Diskussion mit Corona: So langsam kann man die sogenannten Experten gar nicht mehr hören. Auch Herr Lauterbach, er hat immer zu allem was zu sagen“, so Corona-Experte Flick, der es sich ebenfalls nicht nehmen läßt, zu allem was zu sagen. Tja. Wie war darauf in den sozialen Medien zu lesen? Twitter: „Ein Fußball-Trainer, dessen Tätigkeit und Privilegien unter Verhöhnung der restlichen Gesellschaft geschützt werden, fordert ‚Möchtegern-Experten‘ zum Schweigen auf. Das ist tatsächlich ein neuer Niveau-Tiefpunkt.“ Eine bekannte Bloggerin schrieb, ebenfalls bei Twitter: „Nur mal so zu Erinnerung: Flick ist Bankkaufmann. Lauterbach hat Medizin studiert und in Harvard Epidemiologie.“ Von „gepamperten“ Fußballern war die Rede. Fair geht vor, so heißt es doch bei den Fußballern, oder? Die bayerische Fußball-Weltelf jettet wegen eines vollkommen unbedeutenden Pokals durch die Welt, muß sich nicht um die alle anderen Bürger betreffenden Regeln kümmern und schurigelt jene, die vorsichtig Kritik üben. Die Welt muß vom Kopf auf die Füße gestellt werden, alsbald.

Rummenigge und seine sehr kurzen Hosen

Karl-Heinz Rummenigge, einst offensiver Dribbler in kurzen Hosen auf grünem Rasen, ist heute Vorstandschef des FC Bayern, des Dauermeisters im Deutschen Profifußball. Rummenigge, dem seinerzeit sogar ein Popsong gewidmet wurde, hat sich nun gehörig verdribbelt. Er regte an, Profifußballer beim Impfen vorzuziehen. So könne der Fußball „als Vorbild vorangehen.“ Hä? Nein, das kann nicht an Corona liegen. Verstand und Anstand leiden nicht an Vireninfektkionen oder anderen Krankheiten. Vermutlich implodieren beide Eigenschaften bei einer bestimmten Umsatzgrößenordnung, mit der der Vorsitzende zu tun hat, sowie einer bestimmten Höhe des persönlichen Einkommens.
Jenseits dieser Grenzen ist offenbar alles möglich. Der Verlust der Bodenhaftung geht einher mit freifliegend-luftigen Ein- und Ausfällen, mit Allmachtsanfällen, mit dem kompletten Verlust jeglicher Moral.

Balsam

Was hätte die coronabedingte Absage des heutigen Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft ein Balsam fürs Gefühlsleben aller Fußballfans sein können.

Toll

Fünfundfünfzig Fußballnationalmannschaften sind heute und morgen in Europa unterwegs, um in dieser Woche Spiele im Rahmen der Nations League auszutragen. Na, toll.

Der Ball rollt, Corona hin, Corona her

Die Gastronomie findet so gut wie nicht statt, die Hotellerie stark eingeschränkt, die Kultur, die Musik, das Kabarett gar nicht, Theater nicht. In Österreich gibt es einen Totallockdown, in Frankreich eine rigide Ausgangssperre, in Italien werden ganze Regionen abgesperrt. Das Ziel: Zwischenmenschliche Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Reisen sollen vermieden werden, Treffen in der Öffentlichkeit sind nur möglich, wenn nicht mehr als zwei Familien beteiligt sind und die Anzahl der Menschen stark reduziert ist.

Aber Fußball wird gespielt. Selbst wenn es Infektionsfälle bei den beteiligten Mannschaften gibt. Zwar ohne große Zuschauerzahlen. Aber vor und nach dem Spiel treffen sich die Mannschaften in den Hotels, die Betreuer und Trainer, die anderen Mitglieder der Delegationen, die VIPs und die Offiziellen. Und alle fliegen und fahren in Bussen. Der Fußball gestattet den Beteiligten all das, was Normalmenschen untersagt ist. The Show musst go on. Der Zirkus für die Massen in den Massenmedien. 

Verstehen muß man das nicht. Ich wäre dafür, den Fußball auch stillzulegen in diesen Zeiten. Dann müßte man auch Béla Réthy nicht hören.

Réth(y)orik II

„Die Torlinientechnologie bringt ja bei Handspiel nichts.“

Réth(y)orik

Der Meister der rhetorischen Slapstick-Einlagen moniert genüßlich die fußballerische Slapstick-Einlage eines ukrainischen Abwehrspielers.