Kategorie: Medien

Vertikale Streßmomente

„Das Spiel der Deutschen ist viel vertikaler und sie erzeugen damit mehr Streßmomente bei der rumänischen Abwehr.“ Die betriebswirtschaftliche Moderatorensprache bei der heutigen Übertragung des Fußball-Länderspiels gegen Rumänien erzeugt bei mir als Zuschauer Streßmomente.

Will & Co.

Wie sehr gehen mir die naßforschen Bemerkungen und Forderungen von Politikern im Kontext der Pandemiebekämpfung auf den Geist, aus denen allenfalls das Bemühen zu ersehen ist, das eigene Profil zu stärken oder Partikularinteressen zu bedienen. Offenkundig geht es manchen nicht zuallererst um eine Strategie, die in der Grundorientierung von Fachleuten, Medizinern, Virologen, Epidemiologen, Pädagogen und Gesellschaftswissenschaftlern weitgehend einvernehmlich beschrieben ist, um den Gesundheitsschutz der Menschen nicht nur in unserem Land zu sichern. Wie sehr gehen mir journalistische Arbeitsweisen auf den Geist, denen es allenfalls um Konflikt geht, im schlechteren Fall um Krawall, um Quoten und Klicks, um Reichweite und Auflagen, aber keineswegs um Wissenszuwachs von Zuschauerinnen und Zuhörer, um motivationale Stärkung von Haltungen und Verhaltensweisen der Bürgerinnen und Bürger. Das System, die Mediengesellschaft ist vielleicht nicht aus den Fugen. Aber es braucht dringend Korrekturen, größere Nachdenklichkeit, Bedacht.

Si tacuisses …

Sahra, oh Sahra, hätten Sie nur geschwiegen heute Abend im Deutschen Fernsehen.

Das Auge betet mit

„Das Auge betet mit.“ Eine Teilnehmerin an einem Begräbnis zu einer anderen Teilnehmerin im Kriminalfilm Nord bei Nordwest heute Abend im Ersten mit Blick auf den neuen jungen Pfarrer in der fiktiven Ostseegemeinde Schwanitz. Wo der Kölner von einem Leckerchen spräche, läßt der Norddeutschen das Auge mitbeten. Für mich der Drehbuchhöhepunkt des heutigen Abends.

Hundeliebe

Wer sexuell nicht aktiv ist, entwickelt Mitgefühl für die Benachteiligten und Schwachen.

Kommissarin Petra Delicato im TV-Krimi „Mord in Genua – Hundeliebe“ heute Abend.

Der Ball rollt, Corona hin, Corona her

Die Gastronomie findet so gut wie nicht statt, die Hotellerie stark eingeschränkt, die Kultur, die Musik, das Kabarett gar nicht, Theater nicht. In Österreich gibt es einen Totallockdown, in Frankreich eine rigide Ausgangssperre, in Italien werden ganze Regionen abgesperrt. Das Ziel: Zwischenmenschliche Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Reisen sollen vermieden werden, Treffen in der Öffentlichkeit sind nur möglich, wenn nicht mehr als zwei Familien beteiligt sind und die Anzahl der Menschen stark reduziert ist.

Aber Fußball wird gespielt. Selbst wenn es Infektionsfälle bei den beteiligten Mannschaften gibt. Zwar ohne große Zuschauerzahlen. Aber vor und nach dem Spiel treffen sich die Mannschaften in den Hotels, die Betreuer und Trainer, die anderen Mitglieder der Delegationen, die VIPs und die Offiziellen. Und alle fliegen und fahren in Bussen. Der Fußball gestattet den Beteiligten all das, was Normalmenschen untersagt ist. The Show musst go on. Der Zirkus für die Massen in den Massenmedien. 

Verstehen muß man das nicht. Ich wäre dafür, den Fußball auch stillzulegen in diesen Zeiten. Dann müßte man auch Béla Réthy nicht hören.

Réth(y)orik II

„Die Torlinientechnologie bringt ja bei Handspiel nichts.“

Réth(y)orik

Der Meister der rhetorischen Slapstick-Einlagen moniert genüßlich die fußballerische Slapstick-Einlage eines ukrainischen Abwehrspielers.

Schwarzer Peter

Schon jeck, wenn Claudia Neumann, Kommentatorin des Fußballspiels heute im ZDF, im Plauderton von den Verhandlungen des Managements von Kicker David Alaba mit den Verantwortlichen des FC Bayern berichtet und dabei formuliert, daß in der Mannschaft niemand dem Mitspieler Alaba den schwarzen Peter für den Vertragspoker zuschieben wolle.