Monat: Februar 2016

“Verabredet war, gemeinsam alt werden zu wollen.”

Am Montag, dem zweiundzwanzigsten Februar fand die Trauerfeier für den Publizisten und Fernsehmoderator Roger Willemsen in Hamburg statt, der am siebten Februar im Alter von nur sechzig Jahren gestorben war. Sein Freund und Weggefährte, der Publizist Manfred Bissinger hielt eine bewegende Trauerrede, die vom Literaturhaus Hamburg veröffentlicht wurde.

Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Trauergemeinde,
verabredet war, gemeinsam alt werden zu wollen. Dass ich nun hier stehe, an seiner Statt und er da liegt an meiner Statt, das macht mich verzweifelt und hilflos.
Ich bin doch längst im Herbst meines Lebens, wäre also weit vor ihm dran gewesen und er hätte mir zum Abschied eine seiner wunderbaren, liebevollen Reden gehalten. Hier auf dem Ohlsdorfer Friedhof, wo wir uns für die Zeit danach schon verabredet hatten. Damals, als ich ihm vom reservierten Grab auf einer grünen Lichtung erzählte.
Wir waren Verbündete im Geiste, keine Kumpel. Das Sie war dem gegenseitigen Respekt geschuldet. Ja, beste Freunde, das waren wir auch.
Roger Willemsen hätte seinen Nachruf mit der großen Leidenschaft geschrieben, mit der er alle Themen seines Lebens angegangen ist:  Oder wie es der Kollege Nils Minkmar formulierte: »Es war ihm sehr wichtig: Der Banalität des Sterbens die Brillanz seiner Reden entgegen setzen, die Trauergemeinde agitieren für die nun gemeinsame Sache des Lebens, die Erinnerung feiern und alle in eine Raserei gegen den Tod treiben. Es gelang ihm jedes Mal.«
Mir wird es leider nicht gelingen, eine Raserei gegen den Tod anzuzetteln. Auch wenn ich wütend bin über diesen Tod, der so kalt und unbarmherzig einen der wichtigsten Intellektuellen unseres Landes zu früh aus seinem ungewöhnlichen Leben und damit aus all den kulturellen und politischen Diskursen riss, in denen er sich munter und scharfzüngig bewegen konnte wie kein Zweiter.
Bei Roger Willemsen verbanden sich die Provokation auf wundersame Weise mit dem intellektuellen Zweifel. Man sagt jetzt: er wird uns fehlen. Oder: So einer kommt nie wieder. Beides ist richtig. Doch die Redensarten beschreiben das Ausmaß unseres Verlustes bei weitem nicht. Mit Roger betrauern wir nicht nur einen wundervollen und überaus warmherzigen Menschen, wir betrauern einen Homo Intellectus, der uns alle mit seiner bedingungslosen – im Sinne von völlig voraussetzungsloser – Liebe beschenkte. Mit ihm wird auch eine Haltung zu Grabe getragen, die unserem Land noch dramatisch fehlen wird. Wie sehr seine Stimme gerade in diesen Zeiten notwendig wäre, spüren wir seit er sich vor Monaten zurückziehen musste.
Die Flüchtlingskrise hat eine Verwahrlosung der öffentlichen Debatte zur Folge, die Intellektuelle wie Kommentatoren der meinungsführenden Medien auf schreckliche Weise erfasst hat. Ein Ausnahmezustand wird herbei phantasiert, über einen Putsch gegen die Regierungschefin wird geraunt, und deren Flüchtlingspolitik in der Diktion von Rechtsradikalen als »Herrschaft des Unrechts« denunziert. Eine neue radikale Redens- und Verhaltensweise sickert vom rechten Rand in die politische Mitte. Das gilt längst nicht allein für die Politik. Wir alle kennen es aus unserem Umfeld: Bis weit in die bürgerliche Mitte hinein wuchern mittlerweile Ressentiments und Ablehnung gegenüber den Fremden, die Roger – dem weit gereisten und überaus erfolgreichen Reiseschriftsteller – immer ein Herzensanliegen gewesen sind. Er sah und hörte sehr genau hin, ob in Afghanistan oder Guantanamo ob in Eritrea oder in Marokko. Mit seiner schmerzhaft präzisen Empfindsamkeit, die so frei von jeglicher Attitüde war, entdeckte er immer wieder stellvertretend für uns das einzelne Menschenschicksal, in dem brennglasartig die Probleme unserer Welt zu Tage traten.
Roger Willemsen war vieles: Ein Tausendsassa, ein Universalgenie, der dem Idealbild der Renaissance am ehesten entsprach und der auch den Schönheiten des Lebens mit Freude zugewandt war. Seine emotionale Intelligenz, seine einmalige Präsenz haben mich, haben uns immer wieder beflügelt und angetrieben. Er galt schon früh als weiser Mann. Betrachtet man seine breit gefächerten Interessen und sein interdisziplinäres, geradezu mäanderhaftes Schaffen, dann fragt man sich, wo hatte dieser Mann seinen inneren Anker? Was hielt ihn zusammen, wenn er sich Tag für Tag in tausend Kapillaren der Gegenwart verzweigte? Ich denke, es war vor allem die Empathie, die ihn zusammenhielt. Und seine überbordende Fähigkeit zum Mitgefühl. Bei Roger Willemsen handelte es sich dabei nicht um die journalistisch-handwerkliche Taktik des sogenannten »Einfühlungsvermögens», sondern um nichts Geringeres als um ein Lebensprinzip: Er lebte die Empathie nicht nur in seinen Mikro-Beziehungen – in Freundschaften und privaten Begegnungen und in seinem beruflichen Mikrokosmos, sondern übersetzte sie auch in die Makro-Beziehungen – in gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge.
Liebe Trauergemeinde, manche von uns spüren den inneren Impuls, wahrhaftig zu lieben und geben ihm nicht nach – es ist dieser Impuls, dem Roger Willemsen in seinem Leben so radikal nachgegangen ist. Der deutsche Papst Benedikt hat das in seiner Enzyklika über die Caritas gut beschrieben. Nicht dass Sie jetzt denken, dass Roger Willemsen besonders religiös war, oder ich es auf meine alten Tage noch werden könnte. Unser Freund war aus tiefster Überzeugung konfessionslos.
Und doch möchte ich heute diesen konservativen Papst zitieren, der in der ersten Enzyklika seiner Amtszeit CARITAS IN VERITATE sehr poetisch über die Liebe in der Wahrheit schrieb. Ich zitiere: »die Wahrheit muss in der ›Ökonomie‹ der Liebe gesucht, gefunden und ausgedrückt werden. Aber die Liebe muss ihrerseits im Licht der Wahrheit verstanden, bestätigt und praktiziert werden. Auf diese Weise werden wir nicht nur der von der Wahrheit erleuchteten Liebe einen Dienst erweisen, sondern wir werden auch dazu beitragen, dass sich die Wahrheit glaubwürdig erweist, indem wir ihre Authentizität und ihre Überzeugungskraft im konkreten gesellschaftlichen Leben deutlich machen.«
Viele, um nicht zu sagen alle, die hier versammelt sind, teilen das besondere Privileg der wunderbaren Begegnungen mit diesem warmherzigen, klugen und humorvollen Menschen. Jeder von uns kann einen reichen Schatz davon im Herzen verschließen. Es sind kostbare Erinnerungen.
Und viele von uns verspüren es, dass es für unseren Freund eben keine Liebe ohne Wahrheit gab und keine Wahrheit ohne Liebe. Roger konnte das so radikal leben, weil er sich schon früh unabhängig von allen wirtschaftlichen Zwängen gemacht hatte. Selbst Sachzwänge waren ihm fremd. Eine warme Schreibstube mit B 16-Vertrag an einem Lehrstuhl oder ein Verlagsjob mit AT-Zulage waren ihm keine erstrebenswerten Ziele. Da überrascht es auch wenig, wenn er auf das Angebot eines Honorars für eine abendliche Moderation mit der Bitte reagierte, man möge doch lieber Brunnen für Afghanistan stiften. Den Prospekt dafür trug er in der Jackentasche.
So selbstverständlich unabhängig erlebte ich ihn auch in der Zeit bei der »Woche«, der er von der ersten bis zur letzten Ausgabe bald zehn Jahre lang mit seiner wöchentlichen Kolumne verbunden war. Schon damals beschrieb er in seinem phänomenologischen Stil die Probleme unserer Zeit anschaulich und präzise, wie nur er es konnte. Und er analysierte treffsicher und zielgenau. Das machte ihn zu einem der herausragenden politischen Intellektuellen dieser Republik.
Er war ein durch und durch politischer Mensch. Ein Täter, der auch die Welt, die er in all ihrer Schönheit und Unvollkommenheit liebte, verbessern wollte. Seine Unabhängigkeit gab ihm Kraft zur radikalen Kritik. Die war nicht immer nur scharf – im Gegenteil, jegliche ideologische Phrasen waren ihm ein Gräuel. Es ging ihm nie ums Rechthaben, um journalistischen Narzissmus oder um esoterisches Gedusel. Es ging ihm um sein Lebensprinzip, um die Liebe in der Wahrheit. Auch deshalb engagierte er sich so ernsthaft und leidenschaftlich für die Menschen, die niemals zu Objekten seiner Berichterstattung wurden, sondern immer Subjekte ihres Lebens blieben. Von ihm stammt die wunderbare Bemerkung: ich möchte die Menschen glücklicher verlassen, als ich sie angetroffen habe. Das führte dazu, dass er in all seinen politischen Arbeiten immer auch eine Position bezog und sich ein als richtig erkanntes Anliegen sehr wohl zu eigen machen konnte. Er forderte, dass die Medien ihre Pseudoneutralität aufgeben und eindeutiger urteilen sollten. Aber natürlich wusste er auch, dass das gerade beim Engagement für Flüchtlinge Leser und Klicks kosten würde. Aber billiger war Humanität in seinen Augen nicht zu haben.
Noch vor einem Jahr gab Roger Willemsen ein Interview, in dem er zu der ausländerfeindlichen Stimmung in unserem Land gesagt hat, dass in jedem Vorurteil die Gewalt lauere: Ich zitiere einige seiner Kernsätze:
»Jede Situation, in der Ressentiment, pauschale Ablehnung, Vorurteil dominiert ist latent gewalttätig.«
»Die antimuslimische Stimmung bekommt dabei inzwischen auch bei uns bisweilen etwas verdeckt Gewaltsames.«
»Diese Aversion meint vor allem zwei Gruppierungen: die ‚fremden Fremden‘, also jene, die nicht der westeuropäisch-angloamerikanischen Welt zuzuordnen sind, vor allem aber handelt es sich um eine soziale Abwehr, denn vielfach meint man nur die Armen, denen man regelrecht parasitäre Absichten unterstellt. Es ist bedrückend: In unserem Land reisen die Menschen mehr als fast alle anderen Nationen der Welt, und doch bringen sie offenbar wenig Empathie mit.«
Seinen eigenen Anspruch beschreibt Roger Willemsen in diesem Interview so: »Die Literatur fordert ja dauernd Prozesse des Mitempfindens. Literatur muss also keinen Pamphletismus pflegen, sie braucht auch keine Romane als verkappte Leitartikel anzubieten. Indem sie ist, was sie ist – Veranschaulichung, sinnliches Erkennen, Kritik, Imagination des Besseren –, in diesem Sinne ist sie auch aufklärerisch.«
Diese aufklärerische Kritik und die Imagination des Besseren zählen zu den vornehmsten Aufgaben der Intellektuellen und Journalisten.
Der Tod von Roger Willemsen macht uns schlagartig und schmerzhaft klar, wie wenige es noch von seiner Art gibt, die ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung in der Gesellschaft wirklich nachkommen.
Liebe Freunde, Roger Willemsen ist nicht mehr da und kann das folglich nicht mehr stellvertretend für uns übernehmen, so wie er es in den vergangenen Jahrzehnten ganz selbstverständlich geschultert hatte. Er war dabei immer so großzügig, es uns nicht vorzuwerfen oder spüren zu lassen, dass es auf ihm lastete, die notwendigen Wahrheiten auszusprechen. Wir hatten es uns mit ihm behaglich eingerichtet. Wer weiß, wie oft er damit gehadert hat, dass wir – seine Freunde – ihn nicht ausreichend unterstützt haben? Er hat mit seiner melancholischen, aber heiteren Leichtigkeit die ganze Kraft aus sich selbst geschöpft. Auch dafür sind wir ihm zu Dank verpflichtet. Es ist jetzt an uns, liebe Trauergemeinde, an seiner Statt die Stimme zu erheben. Roger Willemsen jedenfalls hätte sich von uns mehr Engagement für die gemeinsame Sache des Lebens gewünscht: Er wollte, dass wir den Kampf gegen die Verzagtheit aufnehmen.
Lieber Roger, versprochen: Wir sehen uns wieder, hier auf dem Ohlsdorfer Friedhof, wenn das Sonnenlicht durch die Bäume bricht und die Luft zum Tanzen bringt und uns wärmt.  In aller Heiterkeit…
Hoffentlich.

Geht unter die Menschen und sagt, es ist Zeit.

„Es ist nichts verborgen, was nicht sichtbar werden wird. Wenn ihr nur die liebt, die Euch lieben, was tut Ihr da Besonderes? Nein, tut Gutes allen. Gebt, ohne etwas zurückzuhoffen.“ Wenn Rolle und Mime zusammenfallen und das Publikum aus der Rolle fällt, wenn der Mime ausfallend wird und das Publikum nicht hören und sehen will, sondern reden und stören und eine, seine Rolle spielen, dann ist die Zeitmaschine im Jahre Neunzehnhunderteinundsiebzig gelandet am zwanzigsten November in München. Bei Klaus Kinski. Bei Jesus Christus Erlöser. Gesucht wird Jesus Christus. Wenn Kinski zu Jesus wird, werden will, aber pöbelt, grob und hilflos, und das Publikum die Pharisäer gibt und ebenfalls pöbelt, in revolutionärer Vermummung, bleibt Kinskis Bitte. Oder doch Jesus’ Flehen? „Mein Gott, verlaß mich nicht.“ Eifer und Langmut und Geduld werden belohnt. Wenn man bis zum Ende durchhält. Klaus Kinski und sein Jesus, das ist mehr als nur eine Zeitreise. Sie sind auch eine Offenbarung.

Seid was ihr wollt

Wortgewalt, mittelalterliche, trifft Stimmkraft, neuzeitliche. Francois Villon, Dichter, Gauner, Student, gelesen von Klaus Kinski, Mime und Irrsinniger. Seid was ihr wollt …

Seid was ihr wollt: Soldaten, Schuster, Opernsänger,
Produktenhändler oder auch nur Hundefänger,
ob ihr verlaust seid oder an der Börse spekuliert
mit Haifischflossen, Affenschitt und Kaffeebohnen,
ob sich die graden oder mehr die krummen Wege lohnen;
nur wo ihr euer Geld verliert,
bei Weibern, Wein und Kartenspiel,
da wiegt ihr allesamt nicht viel.

Stopft euch den Bauch mit Kaviar und Pfauenzungen
und qualmt solange, bis aus den zerfressnen Lungen
die Schwindsucht grinsend in die Landschaft stiert,
seid Meister auf der Kegelbahn, sammelt Autographen,
wählt Reichstag und euch selber zu den Oberschafen;
nur wo ihr euer Geld verliert,
bei Weibern, Wein und Kartenspiel,
da wiegt ihr allesamt nicht viel.

Von solchem Übel kann euch nur der Dalles retten,
denn wer nichts hat, sein Haupt darauf zu betten,
kein Haus und auch kein Kleid, wenns ihn im Winter friert;
der fühlt, wie schwer die armen Knochen wiegen,
wenn sie verfault bei Aas und Maden liegen,
und denkt: wer jetzt die Lust verliert,
der wog bei Weibern, Wein und Kartenspiel
nicht einen Pappenstiel.

Aus(sen)grenzen

Außengrenzen, die ganz außen liegen, Außengrenzen, die irgendwie innen liegen, aber gegen ein Außen sichern sollen, Registrierzentren, aus denen die Menschen verteilt werden sollen auf Staaten, die sie nicht wollen und sich weigern, sie aufzunehmen, sodass aus “Hotspots” eher “Coldspots” werden, Zäune, die mehr ein- als ausschließen, weil das Innen immer kleiner wird, je mehr Länder sich gegeneinander abriegeln. Eine gigantische Illusionsmaschine ist in Europa in Gang gesetzt worden, die im Rückfall in Nationalstaatlichkeit eine Sicherheit verspricht, die diese in Zeiten der Globalisierung und wechselseitiger ökonomischer Abhängigkeit nicht wird garantieren können. Abschottung bedeutet keine Stabilität, Abschottung bedeutet nur Abschottung.

Carolin Emcke, Planen, in: Süddeutsche Zeitung vom zwanzigsten Februar Zweitausendundsechzehn

Johnny B. Goode

Jeder kennt sie, die Geschichte von Johnny B. Goode. “Deep down in Louisiana close to New Orleans, way back up in the woods among the evergreens, there stood a log cabin made of earth and wood, where lived a country boy named Johnny B. Goode, who never ever learned to read or write so well. But he could play a guitar just like a ringin’ a bell.” Von Chuck Berry im Original. Glaube ich. Kaum jemand aber kennt die Version von Guadalcanal Diary. Die im Jogginghosenoutfit. Wie auch. “Maybe some day your name will be in lights sayin’
‘Johnny B. Goode’ tonight.

Schlamperei

Was ist so schlimm an Schlamperei? Lehrt nicht die Lebenserfahrung, dass Schlamper die besseren Menschen sind? Wohlverstandene Schlamperei bringt eine heitere, lässige Note ins Leben, sie ist ein Zeichen geistiger Freiheit. Bereits in der Schule war man gut beraten, sich neben Schlamper zu setzen, weil diese nette Leute waren und keinen Anstoß daran nahmen, dass man ungekämmt und mit verschiedenen Socken in den Unterricht gekommen war. Wer einen Freund suchte, fand ihn am Schlamperkasten in der Turnhallen-Umkleide, wo der künftige Kumpel seinen vergessenen Turnbeutel suchte, in dem ein einzelner Schuh und ein halbes Dutzend verschimmelter Pausenbrote steckten. Mit solchen Turnbeutelvergessern konnte man herrliche Abende in unaufgeräumten Zimmern verbringen, gern auch in Gesellschaft von Mädchen, die es ebenfalls nicht so genau nahmen. Wie lästig war hingegen die Präsenz moralinsaurer Pedanten, die ihre Stifte und Bücher bündig und im rechten Winkel ausrichteten und die einen ständig zur Ordnung riefen. Am liebsten hätte man ihnen eins mit dem Lineal übergebraten, hätte man nur die leiseste Ahnung gehabt, wo es herumlag.

Wolfgang Görl, Null Acht Neun. Ein Hoch auf die Schlamperei, in: Süddeutsche Zeitung, München und Region, vom zwanzigsten Februar Zweitausendundsechzehn

In einem menschlichen Land leben

Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem wir in unseren warmen, gut geheizten Wohnzimmern sitzen und im Fernsehen verfolgen, wie vor unseren Grenzen die Menschen verhungern und erfrieren. Das wäre nicht das Deutschland, in dem ich leben will. Ich möchte in einem Land leben, das menschlich ist.

Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet und langjähriger Bürgermeister in Wermelskirchen, zitiert nach der Berichterstattung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung Bochum und Herne über den IHK-Jahresempfang

Wenn Nachbarschaft abfärbt

Seehofers Horstie raunt vom Unrechtsstaat. Da will der Miniseehofer aus dem Bergischen nicht nachstehen. Nur raunt Rehses Henning nicht. Er macht, was er kann. Er pöbelt. Die Bundeskanzlerin denunziert er auf “seiner” Facebookseite mal eben als “Zonen-Mutti”. Und seine beiden Köter regierten besser als die Kanzlerin. Naja, Karnevalssamstag. Es kann nicht jede Pointe sitzen, wenn der Pointenschreiber einen sitzen hat. Einen Schawohl im Nacken sitzen hat. Das mit der Vorbildfunktion der Stadtverordneten scheint sich seit geraumer Zeit erledigt zu haben. Schade eigentlich.

Rehse Zonen-Mutti

Wetter

Dieses Wetter gehört sich nicht.