Schlagwort: Karneval

Nubbel

Der eine oder andere Nubbel wird heute Abend dran glauben müssen. Auf dem Scheiterhaufen vor einer Kneipe. Qualvoll und unter dem Leidgesang der Gemeinde, die ihre Trauer hemmungslos herausschluchzen wird. Für den Nichtkölner, den Imi, den imitierten Kölner, sei gesagt, daß der Nubbel eine Strohpuppe ist. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Und eine mit gehöriger Bedeutung. Der Nubbel, der unter dem Wehklagen der Gemeinde, der Jecken und der Trinkgefährten auf einer Bahre durch das Viertel getragen und hernach öffentlich verbrannt wird, symbolisiert den Karneval, dessen Session, die fünfte Jahreszeit, mit dem anbrechenden Aschermittwoch für ein ganzes, unerhört langes Jahr zu Ende gehen wird. Aber, natürlich, nicht ohne ein Spektakel. Wie es kaum etwas im Rheinland ruhig, ohne Spektakel zu feiern gibt. Vor der Kneipe wird dann eine Anklage vorgetragen, die in der Frage münden wird, wer denn Schuld trage dafür, daß das ganze Geld versoffen worden sei, wer denn Schuld habe dafür, daß man habe fremdgehen müssen. Und die Menge wird antworten: Dat wor de Nubbel, der Nubbel soll brenne. Mit der Nubbelverbrennung sind alle Sünden vergeben, so daß man nach der Verbrennung zurück in die Kneipe kann, um dort, jedenfalls die Stärksten der Trauer-Gemeinschaft, bis zum Morgen des Aschermittwoch, dem Ende der Karnevalszeit, weiterzusaufen.

Alaaf, mindestens

Irgendwie tolle Tage, das Wochenende. Jeck-surreal, oder? Am Samstag wollen als Malergesellen verkleidete, vollkommen benebelte Kölner Fußballjeckesalafisten nach dem Spiel mit den Kickern des rheinischen Derbys gemeinsam auf dem Rasen der niederrheinischen Karnevalshochburg abfeiern, mit Klamauk, Krawall, Alkohol, Rauch und Polizei, mindestens. Eine Krawallsitzung im Stadion. Wegen der Absage des Schoduvel – noch nie gehört? Macht nix. War auch noch nie irgendwo zu lesen, überregional -, also wegen der Absage des örtlichen Karnevalszuges wegen, wie man allenthalben liest, einer terroristisch-salafistisch-karnevalistischen Drohung, mutiert Braunschweig gestern zur Fasteloovendshochburg. In den Medien. Was in den Köpfen der dschihadistischen Lappenclowns und ihrer Tollitäten vorgeht, sich gerade Braunschweig für ein närrisches Attentat auszusuchen, bleibt  ihr karnevalistisches Geheimnis. In Hamburg sorgen vollkommen jecke Wähler gestern dafür, daß die CDU nicht einmal mehr doppelt so viele Stimmen erhält wie die Partei Die Linke. Dafür schrammt die SPD knapp an der absoluten Mehrheit vorbei, die FDP ist stärker denn je und auch die AfD darf jetzt in der nobel-norddeutschen Bürgerschaft an der Elbe mitspielen. Karneval allerorten, total tolle Tage. Die andere Hälfte der Wählerschaft, so darf man vermuten, hat mit Karneval nix am Hut und großmütig auf die Wahl verzichtet, im Interesse der Abstimmungsnarren. Das alles läßt sich doch nur mit dem einen und dem anderen und dem nächsten Kölsch ertragen, oder? Alaaf!

Rettungsschirm

Die Wermelskirchener FDP braucht einen Rettungsschirm. Das verstehe ich. Das Foto von heute vom Karnevalszug in Dabringhausen hat die FDP selbst gewittert.

Die Welt steht Kopf.

Ab heute steht die Welt Kopf. Jedenfalls hier im Rheinland. In Köln. Ganz so schlimm wird es bei uns im Bergischen schon nicht werden. Schade eigentlich. Da kann man nur hoffen, daß auch das Wetter mitspielt für den einen oder anderen gelungenen Kopfstand. Und vielleicht läßt sich die Welt aus dieser Sicht aus besser aushalten.

Fünfte Jahreszeit

Die Scotchzahnpata. Oder die mit dem typischen Bourbontaste. Wann wäre sie jemals wichtiger als in der fünften Jahreszeit. Schade nur, daß sie in Florida erfunden wurde und nicht im Rheinland. Amerikanischer Unternehmergeist versus rheinische Hastalavistamentalität. Und schade auch, daß sie vermutlich heutzutage nicht mehr zu kaufen ist.