Nur wenn wir alle in uns sind: …fliegt keine Asche mehr im Wind…!

Der Islam gehört zur deutschen Literatur

Überhaupt lässt sich – wenn diese Zwischenbemerkung hier erlaubt ist – die Frage nach dem Verhältnis der deutschen Literatur zum Islam knapp und einfach beantworten: Der Islam gehört zur deutschen Literatur. Er gehört zu ihr von Adam Olearius’ barocken Nachdichtungen Sa’dis über Lessings Studien zum islamischen Monotheismus und Friedrich Rückerts Nachdichtungen sufisischer Mystiker bis zu den Duineser Elegien, deren Engel-und Inspirationsbilder Rilke selbst auf die Heimsuchung Mohammeds durch den Erzengel Gabriel zurückführt; von den Reiseberichten Engelbert Kaempfers und Carsten Niebuhrs über Karl Mays religionsgeschichtlich wissbegierigen Orient-Zyklus bis zu den expressionistischen Mohammed-Bildern Klabunds–und so fort. Kein anderer deutscher Dichter aber hat sich so intensiv und innig, so ausdauernd und differenziert mit der Gestalt des Mohammed, mit dem Koran, den er vergleichend in unterschiedlichen Übersetzungen las, mit orthodoxer und heterodoxer muslimischer Theologie befasst wie Goethe, vom Mahomet-Drama der Sturm-und-Drang-Jahre bis in die Gedichte und Abhandlungen der Divan-Zeit. – Ende der Zwischenbemerkung.

Heinrich Detering, Was heißt hier „wir“? Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten [Was bedeutet das alles?], Reclams Universal-Bibliothek

The Future

This is the future of all the cities in the world. Cities are for people, not for (parked) cars.

Fünfzehntausend

Diesmal ging es flotter mit den letzten tausend Kilometern. Genauer: Es hat sieben Wochen und vier Tage gedauert. Und von Stund an nehmen wir die sechzehntausend Kilometer ins Visier. Los geht’s.

Fundstück: Finlandia Hymn on four Electric Toothbrushes

Finlandia Hymn (from Sibelius’s Finlandia) on four electric toothbrushes, filmed lakeside in my beautiful home country, Finland. Finlandia, Op. 26 by Jean Sibelius is probably the most well known Finnish classical piece and Finlandia Hymn is a part of it. I decided to play that in my first outdoors video. This is the first time that I use batteries as a power source for the microcontroller and the toothbrushes. The microcontroller and the toothbrushes fit easily in my backpack.

“Vollgeschmierte Klowand”

Man muss gar nicht die einschlägigen Zitate vom «Mahnmal der Schande» oder vom «Vogelschiss» bemühen. Es reicht, sich die täglichen Kommentare der Partei (AfD, W.Horn) auf Facebook anzuschauen, ihrem wichtigsten Kommunikationskanal. Der Evangelische Kirchentag? Eine «schizophrene Irrsinnsveranstaltung». Angela Merkel? Eine ins «linksgrüne Lager abgedriftete Kanzlerdarstellerin». Die CDU-Chefin? «Meinungsdiktatorin AKK». So geht das ohne Unterlass. Die Kommunikation der AfD erinnert an eine vollgeschmierte Klowand. Nichts daran ist bürgerlich.

Eine enthemmte Sprache macht aus denen, die sie benutzen, keine Mörder. Aber sie kann Mörder machen. Sie kann ein Klima schaffen, das bei kleinen Gruppen oder Einzeltätern den Eindruck verstärkt, im Recht zu sein. Wenn ein ohnehin schon radikalisierter Kopf am laufenden Band hört und liest, dass das eigene Land ein Unrechtsstaat sei und die Repräsentanten diktatorische Darsteller, dann kann er durchaus auf den Gedanken kommen, dass seine Pläne zum Widerstand, in welcher Form auch immer, berechtigt sein könnten. (…) 

Schäuble hat recht: Wer nach dieser Tat noch die oben beschriebene Sprache benutzt, macht sich mitschuldig, nicht zwingend strafrechtlich, aber als Bürger. Den Acker der Gewalt kann man düngen, von rechts wie von links. Man muss aber versuchen, ihn auszutrocknen. Es ist höchste Zeit.

Marc Felix Serrao, Die AfD und der Dünger der Gewalt, in: Neue Zürcher Zeitung vom sechsundzwanzigsten Juni Zweitausendundneunzehn

Sprechroboter

Ich bin nicht sicher, ob der ZDF-Kommentator des heutigen Fußballweltmeisterschaftsspiels zwischen den deutschen und den nigerianischen Frauen, Norbert Galeske, auch nur eine einzige Sprechpause gemacht hat.

“Desinformationsmedium”

An die Erfindung der Zeitung war einst die Hoffnung geknüpft, dass sie den mündigen Bürger mit den Informationen versorge, die er braucht, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Was dann kam, war die „Bild“-Zeitung. Später wurde das Privatfernsehen eingeführt, um mehr Meinungs- und Informationsvielfalt zu ermöglichen. Was wir bekamen, waren „Tutti Frutti“ und hundert Folgen „Schulmädchenreport“. Noch später lautete die Verheißung, mit dem Internet werde die wahre Demokratie ausbrechen. Was wir jetzt haben, sind Kinder, die nicht wissen, warum wir Fronleichnam feiern, aber schon jede Menge Pornos gesehen haben.
Es ist ja richtig, dass das Internet insofern ein demokratisches Medium ist, als jetzt jeder berichten und kommentieren kann, wie das früher nur Zeitungen, Radio und Fernsehen konnten. Aber diese alten klassischen Medien wurden und werden noch immer nach handwerklichen Regeln gemacht und unterliegen den Gesetzen eines Rechtsstaats. Was gedruckt und gesendet wird, muss zuvor von einer Redaktion auf Wichtigkeit, Richtigkeit und Gesetzeskonformität geprüft werden.
Der einzelne Wutbürger daheim unterliegt keinerlei Kontrolle. Davon machen Millionen Gebrauch, und eben das macht das Internet zu einem Desinformationsmedium, in dem sich Lüge, Mobbing, Beschimpfung und Hass massenhaft verbreiten. Inzwischen ist aus den Worten des Hasses eine Tat geworden: der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Das allein müsste schon genügen, um das Internet, in dem das Recht des Stärkeren gilt, endlich unter rechtsstaatliche Kontrolle zu bringen.

Christian Nürnberger, Mehr Kontrolle über das Internet.
Aus den Worten des Hasses ist eine Tat geworden: Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke
, in: Mainzer Allgemeine Zeitung, Samstag, zweiundzwanzigster Juni Zweitausendendundneunzehn


“Endlich etwas tun”

„Endlich etwas tun, um die Klimakatastrophe zu verhindern; endlich wirksam werden, um dem Sterben der Flüchtlinge im Mittelmeer ein Ende zu setzen; endlich etwas tun gegen die Kinderarmut und die Armut bei alleinerziehenden Müttern und Vätern.“

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, gestern auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund in seinem Nachtsegen an die Adresse der Regierenden in Deutschland