Schlagwort: Roland Koch

Konzernchef Koch

Das kann er also auch nicht, der Koch. Dann wollen wir nur hoffen und gegebenenfalls beten, daß er nicht mehr in die Politik zurückkehrt.

Handtuchtag

Nein, nein und nochmals nein: Kein Wort heute zu Roland Koch, keines. Keins im Zusammenhang mit dem CDU-Spendenskandal und den unerträglichen Lügen des Ministerpräsidenten, keines zu seinen ausländerfeindlichen, populistischen Wahlkämpfen, keines zur Kochschen Sparwut im Bildungsbereich. Soviele Handtücher kann man gar nicht haben, daß man seine Weste säubern könnte. Handtücher? Wieso Handtücher? Heute ist der Handtuchtag, der Towel Day. Ein Gedenktag für den britischen Autor Douglas Adams, genialer Autor des genialen Buches “Per Anhalter durch die Galaxis”. In diesem werden Handtücher als ungemein praktisch beschrieben: “Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln (…); man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden (…) und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist. (…) Ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist,  (muß) eben ein Mann sein, auf den man sich verlassen kann.” Das ist es eben. Wo ist das Riesenhandtuch, mit dem R.K. sich seine Weste säubern könnte?

Brutalstmöglich unanständig

“Es ist schon fast unanständig.” So zitiert der Spiegel den DGB-Vorsitzenden, Michael Sommer. Es geht, mal wieder, um Roland Koch. Der CDU-Experte für Polarisierung und Schmähung sowie für jüdische Vermächtnisse hatte gefordert, daß jedem, der Sozialleistungen beziehe, abverlangt werden müsse, einer Beschäftigung nachzugehen. Das schließe auch “niederwertige Arbeit” ein. Niemand dürfe das Leben von Hartz IV als angenehme Variante ansehen. Nein, Kollege Sommer, das ist unanständig, brutalstmöglich unanständig.

Chapeau: Ein Austritt, der Ehre einlegt

Chapeau, Hut ab! Peter Voß, seit 35 Jahren Mitglied der CDU, ist ausgetreten. Der ehemalige Intendant des Südwestrundfunks hat seinen Hut genommen, weil Roland Koch als Strippenzieher in der Affaire um die Besetzung des Chefredakteurpostens beim ZDF “der CDU, dem ZDF und den Medien im Allgemeinen schwer geschadet” habe. “Was hier passiert ist, ist höchst gefährlich für das Image des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und ein Angriff auf die Unabhängigkeit des Senders.” Voß geht laut Spiegel Online  indes einen Schritt weiter: “”Merkels Beteiligung ist offensichtlich. Ich bin mir sicher, dass Koch sich ohne den Segen der Bundesregierung nicht durchgesetzt hätte – er war nur das Sprachrohr.” Ex-Intendant Voß sieht nun zwei Möglichkeiten für das ZDF: Entweder die Länder schaffen es, den Staatsvertrag zu korrigieren – “oder es muss eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht geben”.

Georg Schramm: Koch und Kellner

“Statt die besten Kräfte in diesem Land zu bündeln in dieser Krise, verscherbeln wir das Land an durchschnittlich begabte Parteifunktionäre. Das ist doch furchtbar, sowas !”

Berlusconisierung und die SPD

Berlusconisierung. Das meint die Einnahme, Indienstnahme, Übernahme einst unabhängiger Medien, voran des Fernsehens, für politische Interessen – nach dem Muster, das der italienische Ministerpräsident vorgegeben hat. Ganz aktuell zu studieren am gelungenen Versuch des hessischen CDU-Ministerpräsidenten, Roland Koch, die Personalpolitik des ZDF aus Mainz ins Konrad-Adenauer-Haus zu verlegen. Die vielgepriesene Staatsferne und Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist erkennbar perdu. Für die meisten Beobachter ist mit diesem Coup eine Grenze überschritten. Die Bundestagsfraktion der Grünen will eine Normenkontrollklage einreichen, die Linke macht mit – und die SPD? Die SPD eiert rum, mal wieder. Lautstark kritisieren Sozialdemokraten die “unerträglichen” Eingriffe in die Rundfunkfreiheit, die “dreiste Machtdemonstration”. Aber: Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, lehnt eine Klage in Karlsruhe ab. Das nennt man Lavieren. Ausweichen. Eiern. Das Maul voll, die Hose aber auch. Ich nenne das feige. Hoffentlich kommen die Sozialdemokraten in Berlin bald mal wieder zur Besinnung.