Kategorie: Fundsachen

Jedes Dorf hat seine Notre-Dame

Die Kathedrale ist ein besonderer Ort (…) der Spiritualität, ein Glaubens- und ein Lebensraum; sie ist ein Ort, der die Geschichte bewahrt, sie ist ein Ort, an dem sich die geistige und die geistliche Substanz eines Landes verdichtet und fortwirkt.  So ein Ort ist mehr als ein Erbe, es ist ein Ort der Kraft. Wenn so ein Ort verbrennt, verbrennt mehr als ein Haus. Es verbrennt Heimat, es verkohlt die geistige Behaustheit der Menschen. Ein Mensch, der sein Gotteshaus liebt und die Stimme dieses Gebäudes zu sich sprechen lässt, wird nicht anders können als auch Respekt und Ehrfurcht vor dem Gotteshaus des Anderen (zu) haben, und er wird nicht auf die Idee kommen, das Seine zu zerstören. Wenn das Verbrechen in dieses Haus einbricht und auf heiligem Boden mordet, ist das ein mörderischer Frevel. Notre-Dame steht nicht nur in Paris. Jedes Dorf hat seine Notre-Dame. Die Gotteshäuser sind Häuser auch für die Menschen, die an einen Gott nicht glauben wollen oder können. Sie sind das, was es ohne sie nicht gäbe. Es gäbe keine Räume der großen Stille, der Meditation, des Innehaltens. Es gäbe keinen Raum, in dem Wörter wie Barmherzigkeit, Seligkeit, Nächstenliebe und Gnade ihren Platz haben. Es gäbe keinen Raum, in dem eine Verbindung da ist zu uralten Texten und Liedern – zu Liedern, die die Menschen schon vor Jahrhunderten gesungen, und zu Gebeten, die die Menschen schon vor Jahrtausenden gebetet haben. So ein Haus ist ein Haus, das Zeit und Ewigkeit verbindet. Das macht den Terror an diesem Ort so abgründig. Ein Gotteshaus, ob Kirche, Moschee, Tempel oder Synagoge ist ein Ort zur Heiligung des Lebens, ein Ort zur Rettung des Menschen. Wenn also in einem Gotteshaus gemordet wird, ist das ein Anschlag auf das Urvertrauen, dass es überhaupt einen Ort auf der Welt geben könnte, an dem es sicher und geschützt ist.

Auszug aus: Heribert Prantl, Prantls Blick – die politische Wochenvorschau, Newsletter vom zweiundzwanzigsten April Zeitausendundneunzehn

Fahrkunst

Der Landesdienst NRW der Deutschen Presseagentur ist Urheber einer skurrilen Meldung, nach der hinter dem Steuer eines Autos und während der Fahrt ein 70-Jähriger und eine 34-Jährige in Duisburg Geschlechtsverkehr gehabt haben sollen. Dabei sei schließlich ihr Wagen an einer Kreuzung, an der die Ampeln ausgefallen waren, mit einem anderen Auto zusammengestoßen(!). Auf die entscheidende Frage, wer gefahren sei, habe die 34-Jährige Halterin des Fahrzeugs eingeräumt, dass sie während der Fahrt auf dem Schoß des 70-Jährigen gesessen und man sich das Lenken, Schalten und Treten der Pedale geteilt habe. Ein Kunststück offenbar oder gar eine artistische Leistung, nicht nur wegen des Alters des Untermannes, für das aber beide Fahrer keinen Führerschein vorweisen konnten.

Hope

Hope smiles from the threshold of the year to come whispering “it will be happier”!

Alfred Lord Tennyson, britischer Dichter des Viktorianischen Zeitalters, Achtzehnhundertneun bis Achtzehnhundertzweiundneunzig

Durchjammern

Die Rechten von heute aber jammern durch. Ob im Kulturbetrieb, im Bundestag oder in den Medien. Ununterbrochen beschweren sie sich über die „linke Meinungsdiktatur“ und mediale „Gesinnungskorridore“. Sie schreiben Bücher und Zeitungen mit Texten voll, in denen sie behaupten, eine Meinung wie ihre könne man in Deutschland nicht publizieren; sie setzen sich auf Bühnen und Podien und sagen: „Das, was ich gerne sagen würde, darf man ja öffentlich nicht sagen.“ Und dann sagen sie es.

Hartmut El Kurdi, Die Wahrheit. Rechtes Gejammer, in: Tageszeitung vom achtundzwanzigsten März Zweitausendundachtzehn

“Mülleimer der Geschichte”

“Wenn das volle Ausmaß Ihrer Käuflichkeit, moralischen Verderbtheit und politischen Korrumpierung bekannt wird, werden Sie als Demagoge in Schande Ihren rechtmäßigen Platz im Mülleimer der Geschichte einnehmen.”

John Brennan, ehemaliger Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump laut Focus-Online.