Kategorie: Fundsachen

Do You Love Me?

Auch ein Ausblick, in gewisser Weise. Auf eine bessere Zukunft? Wenn auch die Menschen Grund zum Tanzen haben sollten und genug Gelegenheit zur Liebe, dann allemal.

Our whole crew got together to celebrate the start of what we hope will be a happier year: Happy New Year from all of us at Boston Dynamics. www.BostonDynamics.com.

Hundeliebe

Wer sexuell nicht aktiv ist, entwickelt Mitgefühl für die Benachteiligten und Schwachen.

Kommissarin Petra Delicato im TV-Krimi „Mord in Genua – Hundeliebe“ heute Abend.

Tollen

Das Verb wird heute fast nur noch im Zusammenhang mit Kindern oder Welpen benutzt. Im frühen zwanzigsten Jahrhundert tollten noch erwachsene Leute durch die Ballsäle. Welches andere Wort kann schon Zügellosigkeit und Unschuld in sich vereinen.

Aus meinem derzeitigen Lieblingsbuch: Die Wunderkammer der Deutschen Sprache, herausgegeben von Thomas Böhm und Carsten Pfeiffer, Verlag Das Kulturelle Gedächtnis, Zweitausendzwanzig, Seite Neunzehn

Maskierte Normalität

„Wir könnten uns überlegen, ob es nicht möglich wäre, dass wir einfach aus dem Haus gehen und die Masken aufsetzen und damit unsere Umwelt schützen und uns selbst schützen. Dass es einfach eine Normalität, eine neue Kultur wird, mit der wir erstmal leben, damit wir dieses Virus aus unserer Gesellschaft soweit entfernen, dass wir wieder normal leben können.“

Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig in den Tagesthemen

Trump-Fans an der Walmartkasse

Mit diesem Atemschutz bleibt allen Kunden die Luft weg, oder? Risikopatient hin oder her …

Das Beitragsbild ist der Screenshot eines Facebookvideos von Raphaela Mueller

Jedermanns Aufgabe

Politische Attentate – insbesondere, wenn sie gleichsam in Serie verübt werden – passieren nicht einfach so. Sie sind Folge eines gesellschaftlichen Klimas, das ihnen den Boden bereitet. Dieses Klima wird seit einigen Jahren in den digitalen Netzwerken nicht nur gesetzt, sondern durch sie sogar gefördert. Deren Algorithmen belohnen die massenhafte Preisgabe von Anstand und Respekt. “Volksverräter” ist ein Ausdruck, der dort mittlerweile so üblich ist wie Chlor im Schwimmbad. (…) Es ist gut, dass es mittlerweile Razzien nicht nur gegen Dealer, sondern auch gegen Internet-Hetzer gibt. Zwei Gruppen haben hier zu lernen: die Täter, dass sie Kriminelle sind, mit einem reellen Risiko, erwischt zu werden – und Staatsanwälte, dass ihre Mühe nicht der Ahndung einer vermeintlichen Lappalie gilt, sondern der Bewahrung eines Klimas, ohne das die Demokratie in Angst und Brutalität versänke. (…) Zugleich ist dieser Klimaschutz eine Arbeit, die sich nicht einfach an juristische und politische Profis delegieren lässt. Sie ist jedermanns Aufgabe. Es ist von Bedeutung, wenn Bundesligaspieler aus Protest gegen Rassismus niederknien. Es ist von Bedeutung, dass der Bundespräsident bedrohte und angegriffene Bürgermeister mehrmals trifft und ihnen damit Solidarität und Öffentlichkeit verschafft. (…) Walter Lübcke ist tot, weil in der Gesellschaft ein Feld aus Hass und Aggression gedieh. Diese schuldet es ihren Repräsentanten und sich selbst, diesem Feld nicht länger beim Wachsen zuzusehen.

Detlef Esslinger, Lübke-Prozess. Ein Feld aus Hass und Aggression, in Süddeutsche Zeitung vom siebzehnten Juni Zweitausendundzwanzig

Tag des Eistees

Einen Zusammenhang muß es nicht unbedingt geben: Heute wird, in den USA zumal, der Tag des Eistees begangen. Und: Heute vor fünfundachtzig Jahren wurde ebendort in Akron (Ohio) die Selbsthilfegruppe „Anonyme Alkoholiker“ gegründet. Finger weg vom Sprit. Seither hat diese sich zur internationalen Bewegung gemausert, die Abstinenz vom Alkohol und Abstinenzler unterstützt. Das wiederum, internationale Bedeutung, kann man jenem, dem Tag des Eistees, nicht unbedingt attestieren. Eistee. Auch ganz ohne Alkohol. Hierzulande eher zuckrig, süß, verpanscht. Mit künstlichem Obstaroma, rund um eine Pfirsichimagination herum. Nein? Schon im frühen neunzehnten Jahrhundert soll es zahlreiche Rezepte für gekühlte Teegetränke in der britischen und US-amerikanischen Küche gegeben haben. Erfunden vom Briten Richard Blechynden, Neunzehnhundertundvier, auf der Weltausstellung im amerikanischen St. Louis. Als Direktor des East Indian Pavilion für den Vertrieb indischer Teesorten zuständig, sollte er die amerikanischen Besucher vom schwarzen Tee überzeugen. Wegen einer immensen Hitzewelle ließ er den Tee durch gekühlte Bleirohre herunterkühlen und servierte ihn als „Iced Tea“. Just another sweet Softdrink. Ohne die Wucht indes einer anonymen, aber internationalen Vereinigung gegen Sucht und Rausch.