Schlagwort: PEGIDA

Intellektuelle Sitzenbleiber

„Es sind abgenutzte Schlagworte von intellektuellen Sitzenbleibern der Geschichte.“

Ex-Kulturstaatsminister Michael Naumann über Pegida.

Lügenpresseausweis

Muhaha. Lutz Bachmann, ja, genau der, der Brunnenvergifter der Pegida-World in Dresden, bekommt demnächst keinen Presseausweis mehr. Er, der die Medien unablässig als Lügenpresse denunziert, weist sich bislang als Fotojournalist aus. Mit einem Ausweis der Lügenpresse. Wie die Sächsische Zeitung meldet, hat der Deutsche Foto-Journalisten Verband (DFJ) (…) per einstimmigem Vorstandsbeschluss eine weitere Ausstellung des Ausweises kürzlich abgelehnt. Bachmann hatte sich am Landgericht in Dresden per Presseausweis ausgewiesen und so die übliche Personenkontrolle umgangen.

Gruselig

Mich befremdet total, was gerade abgeht, der Pegida-Wahnsinn in Sachsen und auch die AfD in Thüringen. Gerade als Ostdeutscher finde ich, dass die Leute im Osten, die vor 25 Jahren erlebt haben, wie die Mauer gefallen ist und im Westen mit offenen Armen empfangen worden sind, ziemlich an der Uhr drehen. Das finde ich gruselig.

Sebastian Krumbiegel, Musiker, über Pegida-Scham: Sachsen ist mir zurzeit ein bisschen peinlich, in: Remscheider General-Anzeiger vom fünften November Zweitausendundfünfzehn

Gefährliche Mischung

„Es hat sich eine gefährliche Mischung aus geschürten Ängsten, persönlichem Scheitern und des Verdrusses an demokratischen Prozeduren zusammengebraut, die uns nicht ruhig lassen darf.“

Jochen Bohl, evangelischer Landesbischof in Sachsen, zitiert von Ulrich Wolf in: ders., Häkelmütze im Pegida-Land, in: Communicatio Socialis, Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft, zitiert nach: Blog von Stefan Niggemeier

Häkelmütze im Pegidaland

Durfte in der DDR kaum jemand sagen, was er denkt, so darf seit Pegida jeder alles sagen, ohne dabei zu denken.

Ulrich Wolf, Häkelmütze im Pegida-Land, in: Communicatio Socialis, Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft, zitiert nach: Blog von Stefan Niggemeier

AFD/PEGIDA

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört. Und zum richtigen Zeitpunkt.

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Seit an Seit

In Frankreich wurden heute Journalisten ermordet und die Pressefreiheit wurde mit Kalaschnikows und Raketenwerfern bedroht, von Killern, gleich welcher Religion. In Dresden waren es am Montag Abend achtzehntausend, die „Lügenpresse“ schrieen und von „Systempresse“ faselten, gleich welcher Religion. Beiden Seiten geht es nicht um Meinungsfreiheit, um Pressefreiheit, um offene Debatten, um unterschiedliche Meinungen, um Streitkultur. Die einen morden und terrorisieren vermeintlich im Namen von Allah, um den Propheten zu rächen, brutal, kaltblütig, gefühllos, unmenschlich; die anderen stänkern und polemisieren simplifizierend fürs vermeintliche Abendland und haben grundlegende christliche Werte preisgegeben, Nächstenliebe, Menschlichkeit. Fremdenhass und Islamfeindlichkeit geben sich die Hand mit Brutalität, Mord geht Seit an Seit mit Xenophobie.

Je Suis Charlie

Welch furchtbarer Tag. Islamisten und Islamhasser liegen sich in den Armen. AfD-Scharfmacher Gauland hat bereits den schäbigen Versuch unternommen, das feige Attentat und die Toten von Charlie Hebdo in Paris zu missbrauchen. Es gibt keine Rechtfertigung für Terrorismus. Und keine für Fremdenhaß und Ausländerfeindlichkeit. Die Scharfmacher auf beiden Seiten brauchen sich gegenseitig10614376_10152488652781831_6826843124187115453_n. Die Islamisten und ihre Haßprediger brauchen die Pegida und ihre Haßprediger. Terrorismus ist unislamisch. Und Pegida unchristlich. Weil sie gegen das Gebot der Nächstenliebe verstößt. Wir müssen jetzt zusammenstehen, um einen gefährlichen religiös motivierten Konflikt in Europa zu verhindern. Wir brauchen keinen Krieg der Kulturen, wie ihn die Hintermänner des Terrorismus und die Gegner des Westens sowie die Falken hierzulande wollen. Antislamische Gruppen wie Pegida sind deren nützliche Idioten, weil sie die Stimmung aufheizen Wenn Islamophobie und Extremismus den Diskurs über den Islam und Migrationspolitik dominieren, wird es gefährlich, für uns alle und unsere Demokratie.

Schamlosigkeit auf direktem Weg in den Schwachsinn

Wenn sich 17 500 Menschen in der Dresdner Dunkelheit hinter einem offenkundigen Gewohnheitskriminellen zusammenrotten, um ausländerfeindliche Parolen zu brüllen, volksverhetzende Reden zu schwingen und pauschal alles zu beschimpfen, was ihnen nicht in den rechtsgewirkten Kram passt, dann hat das nicht viel mit Friedlichkeit und Gewaltfreiheit, aber vor allem nichts mit Anstand zu tun. Dazu auch noch Weihnachtslieder zu grölen, ist eher ein Meilenstein der Geschmacklosigkeit. Vieles, was da in der Mitte und im Umfeld der immer schrilleren Pegida-Demonstrationen zu hören und zu sehen ist, belegt einmal mehr die These Sigmund Freuds, dass Schamlosigkeit auf direktem Weg in den Schwachsinn führt.

Ulli Tückmantel, Kommentar: Pegida – wer “ernst nehmen”sagt, muß es auch tun, in der Westdeutschen Zeitung vom dreiundzwanzigsten Dezember Zweitausdundvierzehn