Schlagwort: Deutscher Kinderschutzbund

Vorsatz

Rauchen aufgeben, weniger trinken, besser arbeiten, aufmerksamer sein bei Partnern und Freunden, mehr Sport treiben, weniger Fernsehen. Alles Blödsinn aus der Abteilung Vorsätze für Charakterschwache. Mein Vorschlag für die tagesüblichen Jahresvorsätze, gleich, in nur wenigen Stunden, einfach und realisierbar, das Gewissen entlastend: Für etwa  fünfundzwanzig Euro Jahresbeitrag kann man Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund werden! Helfen mit Vorsatz.

Kindermund

“Jeder Mensch hat das Recht auf keine Qualen.”

(Der achtjährige Hannes, zitiert von Prof. Dr. Sabine Andresen, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes, in der World Vision Studie 2011 auf den diesjährigen Kinderschutztagen des DKSB in Nürnberg.)

16.11.1953: Deutscher Kinderschutzbund gegründet

Heute vor 56 Jahren wurde in Hannover auf Initiative des Kinderarztes Fritz Lejeune der Bund zum Schutz des Kindes gegründet. Ziele waren vor allem der Kampf gegen Kindesmisshandlungen und sexuellen Missbrauch sowie die Linderung des psychischen und sozialen Elends der Kinder in der Nachkriegszeit. Heute ist der Deutsche Kinderschutzbund mit fast 50.000 Mitgliedern ein bundesweit agierender gemeinnütziger Verein und der wichtigste Lobbyverband für die Anliegen und Rechte von Kindern und Jugendlichen. In mehr als 420 Orts- und Kreisverbänden sind etwa dreitausend hauptamtliche und mehr als zehntausend ehrenamtliche Mitglieder für die Belange von Kindern aktiv. Der DKSB ist der mitgliederstärkste Kinderverband in Deutschland.  Einen besonderen Schwerpunkt bilden drei Themenbereiche:

  • Die Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland
  • Die Prävention von Kindern vor Gewalt und Vernachlässigung
  • Die vollständige Verwirklichung der Kinderrechte – die Einführung der Kinderrechte in das Grundgesetz

Vor dem Hintergrund dieser Zielsetzungen formuliert der Deutsche Kinderschutzbund sozial- und familienpolitische Forderungen, initiiert Kampagnen und entwickelt praktische Maßnahmen zum Kinderschutz in Deutschland. 1993 machte der DKSB die UN-Konvention über die Rechte der Kinder zum Bestandteil seiner Satzung und zur Grundlage aller Aktivitäten. Zusammen mit dem Kinderhilfswerk, terre des hommes und UNICEF gründete er das “Aktionsbündnis Kinderrechte”, um die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes voranzubringen und bei den zuständigen staatlichen Stellen anzumahnen. Zudem hat der Kinderschutzbund ein Sorgentelefon für Kinder, Jugendliche und Eltern eingerichtet, die Nummer gegen Kummer. 43 der insgesamt 46 Elterntelefone und 79 der insgesamt 95 Kinder- und Jugendtelefone werden vom Derutschen Kinderschutzbund betrieben.

Deutsch im Grundgesetz

Na super, da will die neue Koalition Deutsch im Grundgesetz verankern: “Die Sprache der Bundesrepublik ist deutsch.” Gut, daß die Bundesrepublik nicht Kisuaheli spricht oder Urdu.

Wie wäre es denn, stattdessen endlich die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Wie es mehr als einhundert bundesweit tätige Kinderschutz- und Familienorganisationen seit Jahren fordern. “Dies wäre ein klares Signal an Staat und Gesellschaft, das Wohl der Kinder als seine Kernaufgabe anzusehen”, sagt dazu beispielsweise der Deutsche Kinderschutzbund.

Trommelwirbel für Kinderrechte

Heute begehen wir in Deutschland den Weltkindertag. Ein Feiertag für Kinder. Zugleich auch ein politischer Kampftag, durch den die Bedürfnisse von Kindern im öffentlichen Bewusstsein deutlich gemacht werden sollen. Der Kindertag geht zurück auf die Weltkonferenz für das Wohlergehen der Kinder im August 1925, auf der die Genfer Erklärung zum Schutze der Kinder verabschiedet wurde. Der Rheingarten und Heumarkt in der Kölner Altstadt sind heute ein einziger Abenteuerplatz: Bis zu 150.000 Kinder und ihre Familien besuchen jährlich das größte Weltkindertag-Fest im Rheinland. Veranstaltet wird das Weltkindertag-Fest von der Stadt Köln, UNICEF, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und WDR 5.

Die Interessen der Kinder und Jugendlichen spielen in Deutschland immer noch nur eine Nebenrolle. Bei Entscheidungen in Politik und Verwaltung werden ihre Stimmen kaum gehört. Das Aktionsbündnis Kinderrechte (UNICEF, Deutscher Kinderschutzbund, Deutsches Kinderhilfswerk) fordert von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat, endlich die Rechte der Kinder im Grundgesetz zu verankern. Es wird Zeit.  Mehr als 10.000 Kinder werden heute im ganzen Land trommeln. Mit selbstgebastelten Trommeln lassen sie heute den Trommelwirbel für Kinderrechte vernehmen.

„Es ist bislang noch zu wenig geschehen! Wir brauchen ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung der Kinderarmut. Gesundheit, Schutz, Förderung, Bildung und Beteiligung sind Grundrechte aller Kinder. Deswegen gehören sie auch ins Grundgesetz! Mit solchen Aktionen zum Weltkindertag werden Kinderrechte von vielen Menschen endlich gehört!“, so der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers.

Armutszeugnis

Der eigentliche Skandal unserer Gesellschaft ist die Kinderarmut. Im reichen Deutschland leben nach Angaben des Deutschen Kinderschutzbundes über 2,4 Millionen Kinder von Sozialtransfers. Das ist fast ein Fünftel aller jungen Menschen unter 18 Jahren. Das Ausmaß der Kinderarmut hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Und: Infolge der wirtschaftlichen Krise wird die Zahl der armen Kinder zudem weiter zunehmen. Weiterlesen