Schlagwort: Wahlplakat

SOS. Rechtens

Es sei rechtens, habe ich mir neulich sagen lassen, daß mich seit Wochen schon Herbert Reul, CDU-Kandidat zur Europawahl von den Laternen der Umgehungsstraße aus angrinst. Rechtens auch, daß an den nämlichen Laternen ein gesichtsloses Blondchen die sinnbefreite Parole aufhübscht, daß irgendeine Freie Wählervereinigung Politik von Bürgern für Bürger macht, fordert, anstrebt, was auch immer. Rechtens. Weil die Umgehungsstraße nicht zum Kernbereich der Stadt, zur Innenstadt gehöre. Es ist also auch rechtens, daß die WNK ihre Plakate an den Laternen der Umgehungsstraße aufhängt. Rechtens schon. Aber gleichwohl eine Beleidigung für Geschmack und Verstand der Bürger. Wer glaubt in den Parteien eigentlich, daß die Bürger bereits Wochen und Monate vor der Europa- und Kommunalwahl die Plakate der Parteien intensiv sehen und studieren wollen? Zumal diese typographisch und ästhetisch keinen Vergleich mit den Standards der Warenwerbung aushalten. Und wenn man den politischen Gehalt der Plakate in den Blick nimmt, scheint es sich um Kommunikation mit dem Brecheisen zu handeln. SOS lesen wir beispielsweise auf den blaugrundierten WNK-Plakaten mit der wüstensandfarbenen Beschriftung. SOS. Das ist doch der internationale Notruf. Save our Souls. Rettet unsere  Seelen. Das macht Sinn. Die havarierte WNK ist in Not. Und deshalb sendet sie den Bürgern dieser Stadt das Zeichen. SOS. Sauberkeit, Ordnung, Sicherheit. Wer eigentlich wäre nicht für eine saubere Stadt? Bestenfalls ein paar Drecksfinken. Ordnung, das ist doch etwas ganz individuelles für jeden Einzelnen. Jedenfalls nichts, was ich mir von den Großmeistern und Wahlkampfstrategen der WNK vorschreiben ließe. Sicherheit. Ist Wermelskirchen unsicher? Müssen die Bürger dieser Stadt Angst haben? Vor was und vor wem? Leben wir in einem Zentrum der Kriminalität? Ist Wermelskirchen die Hauptstadt der Diebe und Meuchelmörder? Alles schierer Blödsinn. Die WNK versucht, mit Parolen zu punkten, die von rechtspopulistischer Seite bekannt sind. Sie fischt im Trüben. Und hält damit die Bürger dieser Stadt und die Wähler für doof. Auf der Rückseite dieser Plakatkunst können wir lesen, daß die Blau-Wüstensandfarbenen Katt, Musikschule und Stadtbücherei zu schützen bzw. die Rathausfassade und das Hallenbad zu erneuern hätten. Bitte, macht doch. Zeit hattet ihr ja schon genug. Worauf wartet Ihr? Wer wäre dagegen? Diese dünnen Parölchen hängen jetzt schon Wochen. Ihre Funktion ist nicht die Aufklärung der Bürger. Sie dienen als Platzhalter. Diese Laterne gehört uns. Diese schlechten Plakate sind gleichsam das Handtuch, das teutonische, mit dem Liegeplätze an Stränden und Pools als besetzt reklamiert werden. Auf daß ja niemand anderes seinen Arsch und seinen sonnenverbrannten Rücken auf die Liege zu legen wage. Als Platzhalter gehen die Plakate vielleicht noch durch. Obwohl sie scheußlich sind. Und dumm. Und jetzt wird es noch doller. Die WNK pflastert die Innenstadtlaternen zu. Mit einer Einladung zu einem Frühschoppen. Genaueres erfährt man nicht auf den Plakaten. Wermelskirchen Zwanzigzwanzig. That’s it. C’est tout. Sinn macht lediglich die Handtuchfunktion. In der Stadt darf man für Veranstaltungen werben. Oder grüßen.

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Und das macht die CDU. Sie grüßt. Zu Ostern. Mit dem sinnbefreiten Spruch: Immer ein offenes Ohr für Sie! Ein dressierter Hase hat justament sein linkes (!) Ohr aufgestellt, auf daß wir den Unsinn glauben.  Den Grafikern der Christenunion ist lediglich entgangen, daß aus den Eiern des Plakats womöglich eine Vorliebe für Rot-Grün herauszulesen wäre. Sei’s drum. Wir wissen ja: Die CDU will nicht grüßen. Der Hase ist das Handtuch der CDU. Für die Laterne.

Ein Meisterstück politischer Plakatkunst

Ein Meisterstück politischer Plakatkunst. Dagegen sind Klaus Staeck oder John Heartfield blutige Amateure.

Was wollen uns die Urheber mit diesem Meisterstück denn sagen? Wir haben mit dem Rathaus nichts zu tun? Das gilt ja nur für die letzten Jahre. Eingeweiht worden ist das Rathaus 1983. Da stellte die CDU die Mehrheit des Rates und den Bürgermeister. Wollen sie sich womöglich für den Bau bei den Bürgern entschuldigen? Das wäre dann sehr subtil angelegt. Oder wollen sie vielleicht dem Amtsnachfolger von Voetmann, Loepp, Niehaves und Heckmann, allesamt CDU, den maroden Prachtbau in die Schuhe schieben? Das will man kaum glauben, handelt es sich bei der örtlichen CDU doch um eine verantwortungsbewußte Partei, die respektabel mit der Verwaltung und ihrem Chef umgeht und vor allem die Bürger der Stadt nicht hinters Licht führen will. Oder ist es schlicht ein Test, was die Bürger im Laufe der Zeit so alles vergessen?

Fragen über Fragen …

Die CDU und die Rathausfassade

Eben, beim Eisholen, sehe ich zum ersten mal ein Wahlplakat der CDU. Die CDU fragt mich und alle anderen in Wermelskirchen allen Ernstes: ” Finden Sie die Rathausfassade schön?”

Das kann doch wohl nicht wahr sein. Die setzen wirklich auf den kompletten Gedächtnisverlust der Bürger. Wer war denn seinerzeit verantwortlich für die kommunale Politik und die Errichtung des Wermelskirchener Rathauses? SPD? WNK? UWG? Büfo? FDP? Die Grünen? Nein. Eingeweiht worden ist der Prachtbau 1983. Da gab es noch den Bürgermeister Voetmann. Da gab es noch die satte Mehrheit der CDU. Und selbst damals war die Fassade schon sowas von häßlich.

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Ich bin dann mal weg: Wahlkampf in schwarz

Was lese ich da gerade? Die CDU in Grevenbroich hat sich doch nicht entblödet, in einer Wahlkampfanzeige mit dem Foto von Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer  – Sie wissen schon: Liebelein und Hasenpower – werben zu wollen. Das ist ihr nun von der Produktionsfirma des Kerkeling-Films untersagt worden Ich bin dann mal weg gilt nun auch für die CDU-Wahlwerbung.

Sexistischer Wahlkampf – in schwarz…

Ist das auch sexistischer Wahlkampf? Nur in schwarz, statt in grün? Kann und will ich nicht glauben….

Wir nähern uns amerikanischer Prüderie…

Hände weg vom schwarzen Po

Die Grünen mal wieder: Da haben sie sich mal ein schönes Wahlplakat für die Kommunalwahl machen lassen, schon stampfen sie es wieder ein. Weiße Damenhände am schwarzen Männerpo, verbunden mit der Aussage, daß es nur diesen Grund gäbe, schwarz zu wählen, waren den Kaarster Grünen zu heiß – oder zu schwarz…

Schade drum …