Kategorie: Gesellschaft

Do You Love Me?

Auch ein Ausblick, in gewisser Weise. Auf eine bessere Zukunft? Wenn auch die Menschen Grund zum Tanzen haben sollten und genug Gelegenheit zur Liebe, dann allemal.

Our whole crew got together to celebrate the start of what we hope will be a happier year: Happy New Year from all of us at Boston Dynamics. www.BostonDynamics.com.

Der Ball rollt, Corona hin, Corona her

Die Gastronomie findet so gut wie nicht statt, die Hotellerie stark eingeschränkt, die Kultur, die Musik, das Kabarett gar nicht, Theater nicht. In Österreich gibt es einen Totallockdown, in Frankreich eine rigide Ausgangssperre, in Italien werden ganze Regionen abgesperrt. Das Ziel: Zwischenmenschliche Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Reisen sollen vermieden werden, Treffen in der Öffentlichkeit sind nur möglich, wenn nicht mehr als zwei Familien beteiligt sind und die Anzahl der Menschen stark reduziert ist.

Aber Fußball wird gespielt. Selbst wenn es Infektionsfälle bei den beteiligten Mannschaften gibt. Zwar ohne große Zuschauerzahlen. Aber vor und nach dem Spiel treffen sich die Mannschaften in den Hotels, die Betreuer und Trainer, die anderen Mitglieder der Delegationen, die VIPs und die Offiziellen. Und alle fliegen und fahren in Bussen. Der Fußball gestattet den Beteiligten all das, was Normalmenschen untersagt ist. The Show musst go on. Der Zirkus für die Massen in den Massenmedien. 

Verstehen muß man das nicht. Ich wäre dafür, den Fußball auch stillzulegen in diesen Zeiten. Dann müßte man auch Béla Réthy nicht hören.

Mensch

Soeben lese ich, daß der islamische Friedhof dem Attentäter von Wien die Bestattung verweigert. Soll dieser Mensch verscharrt werden, irgendwo, im Wald, eingebuddelt, in den Beton einer Baustelle gekippt, wilden Tieren zum Fraß vorgesetzt? Soll der Leichnam in Salzsäure enden? In einer Müllverbrennunganlage? Was ist bloß los in diesen Zeiten? Dieser Mensch hat Verbrechen begangen. Aber er ist und bleibt ein Mensch. Und also sollte er bestattet werden wie alle anderen Menschen auch.

Time For Sympathy And Love

Höhner & Friends unterstützen Flüchtlinge

Die Flüchtlingskatastrophe auf der griechischen Insel Lesbos schweißt die Musikwelt zusammen: Mit dem Spendensong „Time for Sympathy and Love“ haben die Kölner Höhner internationale und deutsche Stars – wie zum Beispiel Chris de Burgh, Galleon, Orange Blue, Tom Gaebel oder Peter Freudenthaler (Foolsgarden) – ans Mikrofon und die Instrumente gebracht, um Geld für Geflüchtete in Griechenland zu sammeln.

Unterstützung bekommt das musikalische Hilfsprojekt von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe.

Spendenkonten:

  • Caritas international IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02 BIC: BFSWDE33KRL Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
  • Diakonie Katastrophenhilfe IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02 BIC: GENODEF1EK1 Evangelische BankWENIGER ANZEIGEN

Maskierte Normalität

„Wir könnten uns überlegen, ob es nicht möglich wäre, dass wir einfach aus dem Haus gehen und die Masken aufsetzen und damit unsere Umwelt schützen und uns selbst schützen. Dass es einfach eine Normalität, eine neue Kultur wird, mit der wir erstmal leben, damit wir dieses Virus aus unserer Gesellschaft soweit entfernen, dass wir wieder normal leben können.“

Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig in den Tagesthemen

Schland

Seit zehn Jahren, genauer: seit dem Tag der Deutschen Einheit Zweitausendundzehn, wird sie gestellt, die bundespräsidiale Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre. Und seit zehn Jahren ist klar: Ja. Der Islam gehört zu Deutschland. Wie beispielsweise auch die Buddhisten, die Römisch-Apostolischen Grenzgänger bei den Katholiken, die evangelischen Freikirchen, die Zeugen Jehovas, Linkshänder, E-Bikefahrer, Ingwerliebhaber, Apple-Jünger, Ostfriesen und Schwaben , Rechtsschläfer, Heiopeis, Schotten, Wünschelrutengänger, Werbetexter oder Polyarmoristen. Zu Deutschland gehören derart viele Gruppierungen und Grüppchen, teils unerhörter, teils unvorstellbarer Interessen, daß es keinen Sinn macht, eine Weltreligion aus dem offensten und liberalsten Deutschland zu verbannen, das es jemals in der Geschichte gegeben hat. Wer dem Islam das Lebensrecht abspricht, vergeht sich an der deutschen Verfassung.

Trump-Fans an der Walmartkasse

Mit diesem Atemschutz bleibt allen Kunden die Luft weg, oder? Risikopatient hin oder her …

Das Beitragsbild ist der Screenshot eines Facebookvideos von Raphaela Mueller

Geisterspiele

Wenn man bei einem entscheidenden Fußballrelegationsspiel nicht wirklich mit Herzblut beteiligt ist, mit der Vorliebe für eine der beiden Mannschaften, dann – und das dürfte den meisten Beobachtern so gehen – dann gelten die Sympathien meist dem unterklassigen Verein, dem Underdog, heute also dem FC Ingolstadt, dem Drittligisten, der sich mit dem Zweitligisten, dem FC Nürnberg, messen mußte. Insofern hat es durchaus einen bitteren Nachgeschmack, daß am Ende einer überlangen Nachspielzeit, die durch den Spielverlauf nicht gerechtfertigt war, Nürnberg noch das entscheidende Tor zum Verbleib in der Zweiten Liga gelang. Ein Geisterspiel. So nennt der Zeitgeist die Profifußballspiele ohne Zuschauer. Ein Geisterspiel aber auch, weil der Fußball in seiner gegenwärtigen Verfassung gegen die bösen Geister der Bedeutungslosigkeit anspielt. Gehypt, zum Fernsehsport Nummer Eins hochgeschrieben und in unzähligen Gesprächsrunden auch hochgequasselt, rettet sich der vermeintliche Volkssport mit Mühen und Geisterspielen aus der ökonomischen Krise. Fußball ist zum exakten Abbild einer überlebten Lebens- und Produktionsweise geworden. The winner takes it all. Alles für die Mächtigen. Wenige werden immer reicher und mächtiger, viele immer ärmer und bedeutungsloser. Und die hemmungslose Vermarktung entfremdet die einstigen Liebhaber dieses Sportspektakels von ihrer Leidenschaft. Der Ligaalltag wird auf vier Wochentage verteilt. Freitag, Samstag, Sonntag und Montag. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag folgen dann die Championsleague, die Europaleague oder die Pokalspiele. Jeden Tag Fernsehfußball. Prinzipiell. Das hält der beste Fan nicht aus. Ein Dauermeister, Dauerabonnenten für die Spiele in den europäischen Wettbewerben, Dauerfußball im Fernsehen. Obwohl doch nur noch die Abstiegsfrage für eine gewisse Spannung sorgt. Mitunter. Die Ware Fußball dürfte bei einem derartigen Angebotsüberhang nicht teurer, sie müßte billiger werden. Müßte. Aber die ökonomischen Regeln gelten ja nicht, wie uns die Coronakrise lehrt. Jene, die ansonsten am lautesten den vollkommen freien Markt propagieren, die absolute Enthemmung, schlüpfen in der Krise geschwind unter irgendeine Rettungsdecke. Die Bundesliga und ihre Geisterspiele. Wie lange noch?

Instinkt

VON WOLFGANG HORN

Der Instinkt scheint jenen abhanden gekommen sein, die mitten in der Coronakrise, in der Künstler, Solo-Selbständige, kleine Gewerbetreibende, Musiker, Gastronomen, Kulturschaffende, zusehends mehr daran zweifeln, die Krise ökonomisch überleben zu können, darüber nachdenken, den Fußballbundesligaverein SC Schalke Null Vier mit Landesmitteln zu sanieren. Instinkt, das ist der innere Impuls, das Richtige zu tun, ohne daß man nachdenken muß. Eine solche Überlegung, Schalke mit Steuermitteln über die Krise zu helfen, kann man nur instinktbefreit anstellen. Einem Verein unter die Arme zu greifen, der das Jahressalär eines Fußballers künftig auf „nur“ zweieinhalb Millionen Euro begrenzen will, auf die Idee kann man nur vollkommen benebelt kommen. Wenn der Populismus die Sinne benebelt.