Kategorie: Gesellschaft

Gedenktag der Entschlafenen

Heute ist Allerseelen. Vor fünf Jahren habe ich hier bereits den heutigen Gedenktag behandelt. Dies in commemoratione omnium fidelium defunctorum, Tag des Gedenkens an alle verstorbenen Gläubigen. Früher wurden kleine Geschenke, meist Backwaren, das Seelenbrot oder der Seelenzopf, an Allerseelen an Arme verschenkt. Vielerorts konnten sich arme Kinder Allerseelenkuchen erbetteln. So sättigte das Gedenken an die Verstorbenen zudem hungrige Bedürftige. Wenn auch traurige Feiertage, das Gedenken an den Aufstieg der Seelen aus dem Fegefeuer satt machen können, ist es nicht so schlecht bestellt, um die Verstorbenen und die noch Lebenden.

Beitragsfoto: Jakub Schikaneder, All Souls’ Day

Eine Tür, nicht mehr

Wir müssen die Warnungen marginalisierter Gruppen ernster nehmen. Anhand des aktuellen Falles gilt das für Juden, allgemein aber auch für Muslime, die ebenfalls seit Jahren sagen, dass sie sich hier nicht mehr sicher fühlen. Was den Täter von einem Massaker abgehalten hat, war eine Tür, nicht mehr: Keine Polizei, keine Gesellschaft, niemand vorher.

Burkhard Ewert, Weisband: Politische Reaktionen auf Halle „unfassbar ignorant“, in: Neue Osnabrücker Zeitung, (Interview mit Marina Weisband, Psychologin, Jüdin und Digitalexpertin)

Unterdrückung

Zwischen dem Starken und dem Schwachen ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.

Jean-Jacques Rousseau

Nur wenn wir alle in uns sind: …fliegt keine Asche mehr im Wind…!

The Future

This is the future of all the cities in the world. Cities are for people, not for (parked) cars.

“Endlich etwas tun”

„Endlich etwas tun, um die Klimakatastrophe zu verhindern; endlich wirksam werden, um dem Sterben der Flüchtlinge im Mittelmeer ein Ende zu setzen; endlich etwas tun gegen die Kinderarmut und die Armut bei alleinerziehenden Müttern und Vätern.“

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, gestern auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund in seinem Nachtsegen an die Adresse der Regierenden in Deutschland

Jedes Dorf hat seine Notre-Dame

Die Kathedrale ist ein besonderer Ort (…) der Spiritualität, ein Glaubens- und ein Lebensraum; sie ist ein Ort, der die Geschichte bewahrt, sie ist ein Ort, an dem sich die geistige und die geistliche Substanz eines Landes verdichtet und fortwirkt.  So ein Ort ist mehr als ein Erbe, es ist ein Ort der Kraft. Wenn so ein Ort verbrennt, verbrennt mehr als ein Haus. Es verbrennt Heimat, es verkohlt die geistige Behaustheit der Menschen. Ein Mensch, der sein Gotteshaus liebt und die Stimme dieses Gebäudes zu sich sprechen lässt, wird nicht anders können als auch Respekt und Ehrfurcht vor dem Gotteshaus des Anderen (zu) haben, und er wird nicht auf die Idee kommen, das Seine zu zerstören. Wenn das Verbrechen in dieses Haus einbricht und auf heiligem Boden mordet, ist das ein mörderischer Frevel. Notre-Dame steht nicht nur in Paris. Jedes Dorf hat seine Notre-Dame. Die Gotteshäuser sind Häuser auch für die Menschen, die an einen Gott nicht glauben wollen oder können. Sie sind das, was es ohne sie nicht gäbe. Es gäbe keine Räume der großen Stille, der Meditation, des Innehaltens. Es gäbe keinen Raum, in dem Wörter wie Barmherzigkeit, Seligkeit, Nächstenliebe und Gnade ihren Platz haben. Es gäbe keinen Raum, in dem eine Verbindung da ist zu uralten Texten und Liedern – zu Liedern, die die Menschen schon vor Jahrhunderten gesungen, und zu Gebeten, die die Menschen schon vor Jahrtausenden gebetet haben. So ein Haus ist ein Haus, das Zeit und Ewigkeit verbindet. Das macht den Terror an diesem Ort so abgründig. Ein Gotteshaus, ob Kirche, Moschee, Tempel oder Synagoge ist ein Ort zur Heiligung des Lebens, ein Ort zur Rettung des Menschen. Wenn also in einem Gotteshaus gemordet wird, ist das ein Anschlag auf das Urvertrauen, dass es überhaupt einen Ort auf der Welt geben könnte, an dem es sicher und geschützt ist.

Auszug aus: Heribert Prantl, Prantls Blick – die politische Wochenvorschau, Newsletter vom zweiundzwanzigsten April Zeitausendundneunzehn

Arsch huh, Zäng ussenander

Mehr als sechsundzwanzig Jahre her, aktuell wie nie: Arsch Huh.

“Atheisten sind langweilig”

Bei Atheisten gibt es ja immer nur diese beiden schönen Stellen: Heinrich Böll hat in den „Ansichten eines Clowns“ gesagt, Atheisten sind langweilig. Frage: Warum? Ständig reden sie über Gott. Woody Allen hat gesagt, „Für Sie bin ich ein Atheist, für Gott bin ich die loyale Opposition“.

Carsten Frerk, Einfluss der Kirchen auf die Politik. „Demokratisch skandalös“, in Deutschlandfunk, Carsten Frerk im Gespräch mit Christiane Florin