Monat: Oktober 2020

„It didn‘t upset my breakfast at all.“

Die Jüngeren können sich nicht erinnern, viele Ältere werden sich nicht erinnern. Gestern vor siebenunddreißig Jahren haben die USA unter Präsident Reagan die kleine Karibikinsel Grenada überfallen. Grenada, eine kleine Inselgruppe zwischen Karibik und Atlantischem Ozean mit heute etwas über einhunderttausend Einwohnern, ist Mitglied des Commonwealth und seit Neunzehnhundertvierundsiebzig unabhängig. Neunzehnhundertneunundsiebzig hatte sich die People‘s Revolutionary Government, die volksrevolutionäre Regierung an die Macht geputscht. Später gab es weitere Staatsstreiche und eine Militärregierung. US-Präsident Ronald Reagan entschied sich im Oktober Neunzehnhundertdreiundachtzig für eine Invasion der Karibikinsel. Hintergrund: Präsident Reagan befürchtet, dass der im Bau befindliche Flughafen auf Grenada als sowjetisch-kubanischer Luftwaffenstützpunkt und die am Sozialismus orientierte Regierung eine Gefahr für die USA darstellen könnten. Nach einigen Tage gewannen die achttausend Mann starken US-Truppen die Kontrolle über das Land, das lediglich über eintausendfünfhundert bewaffnete Kämpfer verfügte. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen verurteilt die US-Invasion mit einhundert acht zu neun Stimmen bei siebenundzwanzig Enthaltungen. Reagans Reaktion: „It didn‘t upset my breakfast at all.“ (Es hat mein Frühstück überhaupt nicht gestört.)

Time For Sympathy And Love

Höhner & Friends unterstützen Flüchtlinge

Die Flüchtlingskatastrophe auf der griechischen Insel Lesbos schweißt die Musikwelt zusammen: Mit dem Spendensong „Time for Sympathy and Love“ haben die Kölner Höhner internationale und deutsche Stars – wie zum Beispiel Chris de Burgh, Galleon, Orange Blue, Tom Gaebel oder Peter Freudenthaler (Foolsgarden) – ans Mikrofon und die Instrumente gebracht, um Geld für Geflüchtete in Griechenland zu sammeln.

Unterstützung bekommt das musikalische Hilfsprojekt von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe.

Spendenkonten:

  • Caritas international IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02 BIC: BFSWDE33KRL Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
  • Diakonie Katastrophenhilfe IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02 BIC: GENODEF1EK1 Evangelische BankWENIGER ANZEIGEN

Marx Lenin spielt bei Togliatti

Karl Marx und Wladimir Lenin dürften bekannt sein und Palmiro Togliatti war der legendäre Vorsitzende bzw. Generalsekretär der italienischen Kommunisten bis in die sechziger Jahre hinein. Aber was soll diese kryptische Überschrift? Diese fünf Worte handeln nicht von Politik oder kommunistischer Weltanschauung. Es geht um Fußball. Fußball? Ja. Die Gazetten, genauer: die Tageszeitung kündet von einem spektakulären Transfercoup in der zweiten russischen Fußballiga.

„Lenin kommt über rechts. Akron Togliatti erlangt mit der Verpflichtung eines Fußballers weltweite Aufmerksamkeit. Kein Wunder: Der neue Spieler heißt Marx Lenin.“

Togliatti ist auch eine russische Stadt, benannt nach dem revolutionären Italiener, achthundert Kilometer östlich von Moskau an der Wolga gelegen und ein Zentrum des russischen Automobilbaus. Deutsche Partnerstadt ist, natürlich, Wolfsburg. Und der Fußballklub Akron hat einen zwanzig Jahre alten brasilianischen Offensivspieler verpflichtet, der mit dem Namen Marx Lenin gestraft ist. „ Marx Lenin wechselt nach Russland!“ witzelt die Tageszeitung. Der volle Name klingt ein wenig besser: Marx Lênin dos Santos Gonçalves. Die Tageszeitung weiß gar, daß Offensivmann Lenin vorzugsweise über die rechte Seite komme. Oder ist dies nur gut erfunden? Einerlei. Marx Lenin wird über alle Seiten kommen müssen, denn Akron Togliatti befindet sich nach sechzehn Spielen auf dem siebzehnten Tabellenplatz und unmittelbarer Abstiegsnot. Vielleicht hilft der Fußballgott mit Torerfolgen, wenn die Akronbosse Marx Lenin einmal ins nur zweihundert Kilometer entfernte Uljanowsk karren, der Geburtsstadt Lenins, äh, des Wladimir. Wie sagte Wladimir Iljitsch Lenin dereinst? „Talent ist selten. Man muß es systematisch und behutsam pflegen.“

Either Way I Lose

Maskierte Normalität

„Wir könnten uns überlegen, ob es nicht möglich wäre, dass wir einfach aus dem Haus gehen und die Masken aufsetzen und damit unsere Umwelt schützen und uns selbst schützen. Dass es einfach eine Normalität, eine neue Kultur wird, mit der wir erstmal leben, damit wir dieses Virus aus unserer Gesellschaft soweit entfernen, dass wir wieder normal leben können.“

Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig in den Tagesthemen

Schland

Seit zehn Jahren, genauer: seit dem Tag der Deutschen Einheit Zweitausendundzehn, wird sie gestellt, die bundespräsidiale Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre. Und seit zehn Jahren ist klar: Ja. Der Islam gehört zu Deutschland. Wie beispielsweise auch die Buddhisten, die Römisch-Apostolischen Grenzgänger bei den Katholiken, die evangelischen Freikirchen, die Zeugen Jehovas, Linkshänder, E-Bikefahrer, Ingwerliebhaber, Apple-Jünger, Ostfriesen und Schwaben , Rechtsschläfer, Heiopeis, Schotten, Wünschelrutengänger, Werbetexter oder Polyarmoristen. Zu Deutschland gehören derart viele Gruppierungen und Grüppchen, teils unerhörter, teils unvorstellbarer Interessen, daß es keinen Sinn macht, eine Weltreligion aus dem offensten und liberalsten Deutschland zu verbannen, das es jemals in der Geschichte gegeben hat. Wer dem Islam das Lebensrecht abspricht, vergeht sich an der deutschen Verfassung.

Self Made

Draußen.

Draußen. Nach sechs Wochen drinnen wegen der dritten Lungenentzündung in diesem Jahr heute zum ersten mal wieder draußen gewesen. Eine knappe halbe Stunde nur, mit dem Auto. Aber immerhin. Draußen ist schöner als drinnen, wenn drinnen sehr lange dauert.

Max Kinski

Es gab einen Grund, Zweitausendundsechzehn die Verleihung der Goldenen Kamera zu sehen, Klaus Kinski alias Max Giermann, der Große …