Vermögen

Ich frage mich, ob die Raumfahrtabenteuer der Herren Bezos, Branson und Musk nicht der berühmte Schuss in den eigenen Fuß waren. Die co2 und Geld fressenden Kurztrips vermittelten weniger das gewünschte Bild vom Weltraumpionier, sondern eher die Botschaft, dass da jemand zu viel Zeit und viel zu viel Geld hat. Seitdem nimmt jedenfalls die Debatte um eine Spezialbesteuerung dieser Superreichen Fahrt auf. Schon zwei Prozent einer Sonderabgabe zur Bewältigung der Pandemiefolgen würde enorme Summen generieren und den sozialen Frieden festigen. Die Vermögensungleichheit hat wirklich irre Dimensionen angenommen. Der französische Zweig von Oxfam hat mal folgendes Gedankenspiel veröffentlicht: Wenn jemand achttausend Euro spart und zwar jeden Tag und damit am vierzehnten Juli Siebzehnhundertneunundachtzig begonnen hätte, könnte er sich heute eines Guthabens erfreuen, das gerade mal einem Prozent des Vermögens von François Pinault entspricht. 

Nils Minkmar, Der Siebte Tag, dreißigster Oktober Zweitausendeinundzwanzig

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