Robinsons Listen

Parteien gehören unbedingt in die Robinsonlisten. Das sind Schutzlisten für Menschen, die keine unaufgeforderte Werbung erhalten wollen. Robinsonlisten sind Verbraucherschutz.  Vor dem Terror unerwünschter Werbung. Es gibt diese Listen für Briefpost, E-Mail, Mobiltelefon, Festnetztelefon und Telefax. Ich will, auch nicht und vor allem nicht zu Weihnachten, von Parteien zugemüllt werden mit vermeintlich guten Wünschen. Nur, weil ich eine Stimme habe und bald wieder Wahlen sind. Der CDU-Wahlkreisbetreuer hat mir eine kitschige Postkarte in den Briefkasten werfen lassen, auf der er seine Hoffnung ausdrückt, “daß wir im kommenden Jahr gut zusammenarbeiten und gemeinsam unsere Stadt nach vorne bringen” werden. Geht’s noch? Gemeinsam? Darf man in der Vorweihnachtszeit träumen, was das Zeug hält? Ohne was zu rauchen. Und wovon träumt die CDU vor Ostern? Die Stadt nach vorne bringen. OK. Aber mit einer Partei, die das Rathausdebakel zuvörderst zu verantworten hat? Die Jahrzehnte lang nichts gegen die mit PCB-Verseuchung der Realschule unternommen hat? Wo ist für die CDU vorne? Einer Partei, die eine derart verkitschte Postkarte versendet, ist ohnehin nicht zu helfen, zu trauen schon mal gar nicht. Das wird nichts werden, lieber Herr Wahlkreisbetreuer, mit der Zusammenarbeit. Die per Mail versandte Karte der WNKUWG ist nicht minder kitschig. Allerdings faselt Henning Rehse nichts von Zusammenarbeit oder die Stadt nach vorne zu bringen. Das ist dann ja schon fast wohltuend. Gleichwohl. Die Parteien, christliche zumal, sollten das Geld, das sie in teure vorweihnachtliche Wahlwerbung stecken, so verwenden, wie Papst Franziskus es empfiehlt: den Armen zukommen lassen.

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