Agrobusiness

Agrobusiness – dieses Wort habe ich heute zum ersten mal im Radio gehört, in WDR 5. Gemeint ist, natürlich, das landwirtschaftliche Geschäft, die Produktion von Lebensmitteln. So ganz abseitig ist es indessen nicht, unter agro auch ein Kürzel für aggressiv, Aggression zu vermuten. Glykol im Wein, Gammelfleisch, Dioxin in Eiern und Schweinen – die Kette der Lebensmittelskandale will nicht abreißen. Jahr für Jahr neue Verbrechen an der Gesundheit. Wir werden vergiftet. Aus Profitgier. Weil es offenbar billiger ist, dioxinverseuchte Industriefette dem Tierfutter beizumischen, als tierfuttergeeignete Fette einzukaufen. Profitgier. Der Verlust jeder Moral, allen Anstands, die aggressive Regellosigkeit ist in keinem Bereich industrieller Produktion wirklich eine angenehme Eigenschaft. Im Bereich der Lebensmittelproduktion indes ist sie nichts als ein Verbrechen. Die leibliche Gesundheit der Konsumenten wird aufs Spiel gesetzt für den schnellen Euro. Und unsere Landwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner? Sie plädiert für Selbstkontrollen der Unternehmer. Grotesk. Wem nach diesem erneuten Vergiftungsversuch nicht klar ist, daß wir einen starken Staat und regelmäßige und rigide staatliche Kontrollen brauchen, dem ist in seiner neoliberalen Verblendung nicht mehr zu helfen. Dieser schwarz-gelbe Spuk mit der Vergötzung des vogelfreien, ungeregelten Marktes muß alsbald ein Ende haben.

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