Blechmusik
1. Oktober 2011 - 14:49 UhrHaut drauf, Jungs, es ist Monatsanfang……
Vollkommen Subjektives von Wolfgang Horn
Haut drauf, Jungs, es ist Monatsanfang……
Wie blöd darf man als Europa-Abgeordnete eigentlich sein? Und wie dreist? Da hat in der vergangenen Woche die Uni Heidelberg der europäischen Vorzeigefrau der FDP, Silvana Koch-Mehrin, den Doktortitel entzogen, weil ihre Doktorarbeit eine Ansammlung von Plagiaten ist, also Betrug und ein Vergehen an den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens; aber anstatt demütig und beschämt zu schweigen, greift die FDP-Schönheit nun die Hochschule an. Die Schwächen ihrer Arbeit seien schließlich schon vor elf Jahren bekannt gewesen. Zwischen den Zeilen soll man wohl lesen, daß schon damals die Plagiate bekannt waren. Oh Herrgott! Welches strategische Genie hat die FDP-Leichtmatrosin beraten? Lautstärke und Dreistigkeit statt Verstand, Demut und Moral. Solche “Leistungsträger” und Abgeordnete hat das Land weiß Gott nicht verdient. Passend, jedenfalls, was die erste Refrainzeile angeht, dazu Robert Palmer mit “Bad Case of Loving You”. Dort heißt es unter anderem: “No pill’s gonna cure my ill” oder “A pretty face don’t make no pretty heart”.
Kann man eine Stadt als “Dying City”, als sterbende Stadt bezeichnen, wie es das amerikanische Mgazin Newsweek” getan hat, wenn sie so etwas auf die Beine stellt? Von Grand Rapids ist die Rede, einer 188.000 Einwohnerstadt in Michigan. Am 22. Mai haben mehr als fünftausend Einwohner von Grand Rapids einen neuen Weltrekord aufgestellt: im Lip-Dub-Wettbewerb, also einer Art Playback-Weltmeisterschaft. Die Feuerwehr war dabei, Sportvereine, der Bürgermeister, Polizei, alte Menschen, Junge, Tänzer, Kanuten, Freundeskreise, Dicke, Chöre, Schulen, Feuerwerker, Hubschrauberpiloten, Geschäftsleute, Jugendgruppen, Dünne, Hochzeitspaare, Cheerleaders – alle waren dabei. Finanziert worden ist das 40.000-Dollar-Unternehmen ausschließlich durch lokale Sponsoren. We “wanted to create a video that encompasses the passion and energy we all feel is growing exponentially, in this great city. We felt Don McLean’s “American Pie,” a song about death, was in the end, triumphant and filled to the brim with life and hope.” So Rob Bliss, Regisseur und ausführender Produzent dieses Imagevideos einer “sterbenden Stadt”, das in der Tat von der Leidenschaft und Energie, von Leben und Hoffnung der Totgesagten kündet. Viel Spaß!
Morgen wird er fünfundsechzig und kommt mithin ins Rentenalter. Die Rede ist von Donovan Phillips Leitch, dem in Glasgow geborenen Barden, Gitarristen und Songwriter. Wie war das noch damals, 1964, 1965, als er uns, meine Freunde und mich, allesamt gerade vierzehn- und fünfzehnjährig, mit seinem ersten Hit beglückte? Catch The Wind. Die britische Antwort auf Bob Dylan, so nannte der Radiosprecher, verflixt, von welchem Sender eigentlich?, Donovan. Ein dünnes Tremolo als Antwort auf eine dünn näselnde Stimme, vergleichbar nur das sägende Mundharmonikaspiel. Völlig egal. Alles besser als etwa Bill Ramsey oder Silvio Francesco. Und “I want to be in the warm hold of your loving mind” konnten wir seinerzeit schon verstehen, dafür reichte sogar das eher an Sir Francis Drake und seiner Bedeutung für das Königreich erworbene Schulenglisch. To feel you all around me and to take your hand along the sand, das entsprach auch unseren weitgehend unbestimmten Sehnsüchten seinerzeit. Kurzum: Donovan war angesagt und wann immer eine Party romantisch werden sollte, war der Folksänger dabei. Daß er später auch mit Musikern von Led Zeppelin oder der Jeff Beck Group musizierte, das habe ich erst vor wenigen Jahren mitbekommen. Die Stones, die Pretty Things, Kinks, Who, viele, viele, andere haben Donovan schnell ersetzt und die Parties müßten auch nicht mehr so romantisch sein, dafür laut, sehr laut.
In the chilly hours and minutes
of uncertainty
I want to be
In the warm hold of your loving mind.
To feel you all around me
And to take your hand
Along the sand
Ah, but I may as well try and catch the wind.
When sundown pales the sky
I wanna hide a while
Behind your smile
And everywhere I’d look, your eyes I’d find.
For me to love you now
Would be the sweetest thing,
T’would make me sing
Ah, but I may as well try and catch the wind.
Dee dee da da la da da da da da
Ya da da, da da, da da
When rain has hung the leaves with tears
I want you near
To kill my fears
To help me to leave all my blues behind.
For standing in your heart
Is where I wanna be
And I long to be,
Ah, but I may as well try and catch the wind.
Ah, but I may as well try and catch the wind
Der Tag, an dem die Musik starb, das war der 3. Februar 1959. Die Musiker Buddy Holly, Ritchie Valens und Jiles Perry Richardson kamen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die Konzerttour „The Winter Dance Party“ führte einige Rock-’n'-Roll-Sänger und -Bands durch den mittleren Westen der USA. Ihr Tourbus war nicht wirklich wintertauglich, die Heizung schon kurz nach dem Start ausgefallen. Am 2. Februar 1959 hatte Holly die Nase voll vom eiskalten Bus und charterte ein Kleinflugzeug. Fünf Minuten nach dem Start stürzte das Flugzeug ab. Der Pilot Roger Peterson sowie die Musiker Holly, Richardson und Valens kamen dabei ums Leben. Ursache für den Absturz waren wohl die schlechten Wetterbedingungen und menschliches Versagen des Piloten. Don McLean setzte mit seinem Song American Pie diesem Tag ein musikalisches Denkmal.
“Walk like an Egyptian” sangen die Bangles 1986 in Pittsburgh. “Slide your feet astreet bend your back, shift your arm then you pull it back, life is hard you know so strike a pose on a cadillac”, heißt es in diesem Song. Und weiter: “All the cops in the donut shops say: walk like an Egyptian, walk like an Egyptian.” Und heute haben Millionen Ägypter ihren Rücken gerade gemacht und den Potentaten und ihren Cops gezeigt, was es heißt, wenn the egyptians walk ….
Eine Überraschung für jene, die nichts anderes wollten, als in Ruhe zu essen…
Unter der Überschrift “Ev’ry Monday is a Blue(s) Monday” schrieb Jörg Kantel in seinem Blog Schockwellenreiter: “Wenn man irgendwo in Europa den Blues bekommen kann, dann in Norwegen, wo es im hohen Norden des Winters schon am frühen Morgen wieder abend ist. Das beweisen der Norweger Vidar Busk an der Gitarre und sein Kompagnon Eirik Bergene (Mundharmonika, Gesang) mit In the Evening. Den Namen des Schlagzeugers, der wie ein Beamter im gehobenen Dienst aussieht, hat mein niederländischer Blues-Gewährsmann leider nicht herausbekommen. Aufgenommen wurde das Video während einer Tour durch Russland im Jahre 2005. Habt Spaß! Es sind 10 Minuten Blues vom Feinsten …”
Welches Desaster kommt zuerst? Jazz oder Krieg? Job oder Fick? Wann endlich kommt die große Flut? Wer führt Regie? Fragen über Fragen von Gerd Köster.