Jahreszeitlich bedingt.
Kategorie: Sonstiges
Lametta
“Früher war mehr Lametta.” Jetzt ist er endgültig wahr geworden, der legendäre Satz von Opa Hoppenstedt in Loriots formidabler Weihnachtssatire. Der letzte deutsche Lamettaproduzent, eine Firma Riffelmacher und Weinberger aus Roth, hat aufgegeben. Glitzernde Stanniolstreifen haben immer weniger Menschen begeistern können. Opa Hoppenstedts Lametta-Lamento geht ins Leere. Buchstäblich.
Verwüstung
Die Verwüstung der deutschen Sprache grassiert nicht nur im Alltag, sondern auch in jeder Zeitung, in der „Zeit“, der „Süddeutschen“, leider auch in Ihrer. Dass man nicht mehr „selbst“ und „selber“ auseinanderhalten kann oder dass „sicher“ geschrieben wird, wo „sicherlich“ gemeint ist, oder „scheinbar“ statt „anscheinend“. Oder es heißt: „Die syrischen Flüchtlinge flüchten nicht umsonst.“ Ja, umsonst ganz bestimmt nicht, denn sie müssen mindestens das Benzin für ihre klapprigen Autos bezahlen. Oder: „Augstein hat umsonst Reitunterricht genommen.“ Nein, so geizig war er nicht, er hat seinen Reitlehrer bestimmt bezahlt. Er hat aber vergebens Unterricht genommen, weil er es nicht gelernt hat. Wenn es aber schnurzpiepe ist, wie man sich ausdrückt, dann hebt das auch das Denken auf, dann stimmen zum Teil auch die Fakten nicht mehr, dann sind die nämlich auch wurst.
Fritz J. Raddatz, Kritiker und Feuilletonist, gestorben durch begleiteten Suizid im Februar Zweitausendundfünfzehn, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Jahre Zweitausendundzwölf über Kunst als Dekor, die Verwüstung der Sprache und Stil als Korsett für Unsichere.
Duisburg
Küchenwandpoesie
Mal wieder: Fernsehtag
Welttag des Fernsehens. Schon wieder. Vor sechs Jahren schon habe ich mich dazu ausgelassen. Die Zahlen haben sich nicht wesentlich geändert. Deshalb heute keine Zahlen. Nur Bilder. Von Fernsehgeräten. Von formschönen Fernsehgeräten.
Liebt Euch!
Reißt die Mauern ein, geht durch Grenzen. Hört auf, Kriege zu führen. Liebt euch.
Meret Becker in einem Interview mit dem Tagesspiegel am fünfzehnten November Zweitausendfünfzehn
Zwei Millionen Meter
Eibe64@wermelskirchen.de
Abwegig, oder? Mark Levine, Stadtrat in New York will zweihundert der im Ganzen mehr als fünf Millionen Bäume in der us-amerikanischen Metropole mit E-Mail-Adressen ausstatten, “die dann auf einem Schild an den Pflanzen oder in deren Umgebung zu lesen” sein werden. Bevorzugt werden sollen vor allem jene Großpflanzen, die unmittelbar an einer Straße wachsen. So soll das öffentliche Bewusstsein für Bäume in der Stadt gestärkt werden. Zudem könne das Publikum mit der E-Mail-Adresse leichter Probleme mit dem jeweiligen Baum an die Verantwortlichen in der Verwaltung melden. Mein Freund, der Baum …






