Kategorie: Sonstiges

Weihnachtsmann, radelnd

Heute Morgen. Bahntrasse. Bergisch Born. Mir, auf dem Fahrrad, kommen fünf Frauen entgegen. Nein, Frauchen, denn sie haben allesamt einen Hund an der Leine. Sie gehen auf Seite, machen mir den Weg frei  und eine ruft: “Der Weihnachtsmann, der Weihnachtsmann!” Die anderen fallen lachend und kichernd ein: “Der Weihnachtsmann!” Mein schütteres, aber schlohweißes Haupthaar und der weiße Vollbart zeigen Wirkung. Immerhin.

 

Trutschig-traurig-tantenhaft

Euer trutschig-trauriger tantenhafter Zug wird zurecht von einem hauptberuflichen Beerdigungsunternehmer angeführt, weil er nämlich todlangweilig ist.

Ulli Tückmantel, Wie weit zu weit geht lustig?, Kommentar im Remscheider Generalanzeiger (Westdeutsche Zeitung) vom achtundzwanzigsten Februar Zweitausendsiebzehn zum Kölner Karnevalszug

Deal

So, Leute, ich werde mich in absehbarer Zeit von allem verabschieden, was ich bislang so gemacht habe, inklusive dieses kleinen, radikal subjektiven Blogs. Denn, wie man unten lesen kann, ich werde die einmalige Chance ergreifen, meinen Lebensabend mit schlappen zweiundvierzig Millionen US-Dollar angenehmer zu gestalten. Ein derartiges Angebot (“risikofrei beinhaltet”), das mich heute per Mail erreichte, kann man doch einfach nicht ausschlagen, oder?

Geschäftsvorschlag

Ich habe einen Deal, der die Übertragung der Anzahlung von Fonds in Höhe von $ 42,6 Millionen (zweiundvierzig Millionen, sechshunderttausend US-Dollar) zu Ihnen als der Begünstigte und ist risikofrei beinhaltet.
Bitte kontaktieren Sie mich auf meiner privaten E-Mail unten für alle Fragen und
Klärung (lixiung17@gmail.com)
Mit freundlichen Grüßen,
Li Xiung

Domizil, vorübergehendes

Hier werde ich mich in den nächsten Tagen aufhalten. In der Helios-Klinik in Wuppertal. Und also vermutlich weniger schreiben als sonst. Das Gebäude ist in Wirklichkeit eingerüstet und mit Plastikplanen abgedeckt. Man kann von der Straße aus also nicht die Klinik, noch kann man von der Klinik aus auf die Straße sehen. Optisch abgeschottet, die Kranken. Isoliert. Oder, aus meiner Sicht, die Gesunden, die, die draußen sein dürfen. Noch.

Tag des deutschen Apfels

Eva hatte einen, seinerzeit, im Paradies. Ob es allerdings ein deutscher Apfel war, der da vom Baum der Erkenntnis gepflückt worden war, das läßt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Jedenfalls wird heute der deutsche Apfel gefeiert. Also, nicht irgendein Apfel, nicht mal Apple, der deutsche Apfel wird gepriesen. Heute. Erst seit Zweitausendzehn zelebriert man das deutsche Vorzeigeobst. Ins Leben gerufen von der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V.. Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen. Was es nicht alles gibt. Im Fokus des heutigen Feiertages stehen der Sortenreichtum und die Qualität einheimischer Äpfel. So einfach wie zu Evas Zeiten ist das heute nicht mehr mit dem Apfel. Nicht pflücken, essen, vertrieben werden. Man muß wägen, wählen, beraten, vergleichen, zur Not muß man lesen, sich fortbilden, schlau machen. Tag des deutschen Apfels. Evas simple Tat, pflücken, essen und maulen, hat den Apfel geadelt, als Frucht schlechthin. Heute symbolisieren Apfel und Apfelbaum die Themenbereiche Sexualität, Fruchtbarkeit und Leben, Erkenntnis und Entscheidung sowie Reichtum. Na toll. Laßt uns feiern. Den deutschen Apfel.

Hut auf Maurerkelle

Wohin hängt die Fachfrau, die Hutmacherin, die ihren Beruf in der Hut- und Modemetropole Paris gelernt und ausgeübt hat, ihre Hüte? Na, klar: auf die Maurerkelle, natürlich. Zu besichtigen bei der Modistenmeisterin Susanne Bollmann in der Hindenburgstraße sechsundzwanzig in Remscheid. Der Handgriff der Kelle steht im perfekten Winkel ab vom Kellenblech, wie gemacht für Hüte. Pfiffig, oder? Darauf muß man erst einmal kommen.
Mein neuer Hut hatte dort gehangen, auf der jetzt leeren Kelle. Und seither ziert er mich. Ich brauche dringend noch eine Maurerkelle. Nachtrag: Meine Freundin Martina, Rheinländerin durch und durch, belehrt mich, das Werkzeug nenne man “en Truffel”, jedenfalls op Kölsch. Stimmt. Und der gebogene S-Hals sei perfekt für den Schal. Isch broch noch en Truffel.

 

 

Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln …

Dem Newsletter des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv:Ruhr, Wir für NRW entnehme ich heute Morgen, daß die Stadt mit dem längsten Namen in Europa Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch heißt und in Wales liegt. Der Name soll bedeuten: Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe eines schnellen Wirbels und der Thysiliokirche bei der roten Höhle. Und ich? Ich lebe in Wermelskirchen und dachte mitunter, dieser Name oder seine ursprüngliche Form, nämlich Weremboldskirchen, seien ein langes Wort.