Ein Malheur. 

Meine Lunge ist krank und weil sie es alleine nicht mehr schafft, mein Herz und Hirn und den Rest ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, habe ich zu Hause zwei dieser praktischen und letztlich das Leben rettenden Sauerstoffgeneratoren stehen. Einen, für den Dauerbetrieb geeignet, einen anderen, viel kleiner, der mit Batterie betrieben wird und folglich transportabel ist. Seit Tagen fühle ich mich angeschlagen. Mir fällt alles schwer, jeder Schritt, jede Tasse Kaffe, alles. Die Panik mehrt sich, also noch mehr Sauerstoff. Dauerberieselung. Mit dem Ergebnis, daß mir das kleine Meßgerät für die Fingerspitze anzeigt, daß ich einen Blutsauerstoffwert von achtundsiebzig aufweise, mal eins mehr, mal eines weniger. Jedenfalls keine achtzig. Das ist nicht schön. Heute Abend, am Fernseher taucht plötzlich die Idee auf, zu prüfen, ob denn überhaupt Sauerstoff durch die lange Leitung fließt. Nein, Nichts, wie bei der verdammten russischen Gasleitung. Der Fehler war aber schnell behoben, anders als bei russischem Gas. Ich kriege Luft, mehr als die letzten Tage. Ich kann entspannen und mich ein wenig erholen. Hoffe ich. Und an der Fingerspitze lese ich Werte zwischen vierundneunzig und neunzig ab. Immerhin.

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