Kontaktgewerbe in Coronazeiten

Irgendwie erstaunlich: Dem Sachverständigenausschuss für die externe Evaluation der Coronamaßnahmen fehlen in unserem hochentwickelten Staatswesen die erforderlichen Daten für eine triftige Evaluation. Aber wieviele Prostituierte in Nordrhein-Westfalen arbeiten und woher die Frauen stammen, die diesem Gewerbe nachgehen, das läßt sich dank IT NRW, dem statistischen Landesamt, genau beziffern. Es waren nämlich Ende Zweitausendeinundzwanzig sechstausendsechshundertzweiundsechzig Damen offiziell als Gunstgewerblerinnen gemeldet und damit einhundertneununddreißig mehr als im Vorjahr. Aber: Es waren knapp dreißig Prozent weniger als vor der Pandemie. Die potentielle Gesundheitsgefahr im Kontaktgewerbe wirkt sich auch gesamtgesellschaftlich aus, die Zahl der Befriedigungen dürfte mithin zurückgegangen sein. Knapp vier Fünftel der angemeldeten Prostituierten waren zwischen einundzwanzig und fünfundvierzig Jahre alt. Knapp siebzehn Prozent waren älter als fünfundvierzig und weitere vier Prozent waren zwischen achtzehnhundert zwanzig. Von den Damen waren knapp vierzig Prozent Rumäninnen und gut ein Fünftel Deutsche. Danach Bulgarinnen, Polinnen und Spanierinnen. Kurzum: Das Kontaktgewerbe läßt sich trefflich evaluieren.

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