In 25 Jahren

In fünfundzwanzig Jahren. Jedenfalls wird dann alles vermutlich ohne mich sein. “An Dich denke ich noch, wenn mein Ruf vor  mir flieht.” Wahre Poesie. Und die hundertfünfzig Jahre, die Stoppok als seinen persönlichen An-Dich-denke-ich-noch-Rahmen angibt, sind auch klug gewählt. “Wenn die Irrtümer wegfallen, die unwichtig waren.” Historische Zeiträume.

An dich denk ich noch in fünfundzwanzig Jahren, an dich denk ich noch
An dich denk ich noch haben mich die Wölfe überfahren, an dich denk ich noch
Ich denk an dich wenn sich niemand mehr in irgendwas hier verliebt
Ich denk an dich wenn die Geier verschwinden weil’s nichts mehr zum mitnehmen gibt
An dich denk ich noch wenn der Mond sich verzieht, an dich denk ich noch
An dich denk ich noch wenn mein Ruf vor mir flieht, an dich denk ich noch
Ich denk an dich wenn Echos verklingen von Festen und Nächten im Rausch
wenn Fremde das neuste vom Tage mir bringen und ich nichts mehr habe zum Tausch
An dich denk ich noch aus der Ferne selbst da wo man nichts mehr erfährt
An dich denk ich noch wenn nur stumm ‘ne Gestalt in ‘nem Mantel sich nähert

An dich denk ich noch in hundertfünfzig Jahren, an dich denk ich noch
wenn Irrtümer wegfallen die unwichtig waren, an dich denk ich noch
Ich denk an dich wenn die Dämme brechen und niemand hat’s mehr in der Hand
Ich denk an dich wenn die Sturmglocken läuten und jedermann flieht Richtung Land
An dich denk ich noch wenn niemand mehr da ist die Landschaft vereist
und der Geist einer Kindheit zum Abschied noch mal über Schneefelder reist

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.