5000 Taler…

5000 Euro am Tag erhält der Mann, der einst als Monatssatz für Hartz IV-Empfänger 132 Euro für ausreichend hielt. Friedrich Merz heißt der Mann, der Käufer für die marode West-LB finden soll und für seine Bemühungen mehr als fürstlich entlohnt wird. Ja, genau, der Friedrich Merz, der einst als CDU-Hoffnungsträger gestartet war und dessen politische Ambitionen dann an der Machtfestigkeit der Kanzlerin zerschellten. Friedrich Merz zog sich in seinen Anwaltsberuf zurück und die schwarz-gelbe Landesregierung unter Pinkwart und Röttgers schusterte dem Abgehalfterten diesen lukrativen Job zu, damit er nicht dem Armutsrisiko anheim fällt. Nein, nein, keine billige Neiddebatte. Aber man muß doch sagen dürfen, daß die Maßstäbe in unserer Gesellschaft augenscheinlich ins Rutschen gekommen sind, wenn jemand am Tag das bekommt, was einem Hartz IV-Bezieher im Jahr nicht zukommt. Albert Lortzing schien das geahnt zu haben, als er 1842 das Libretto für den “Wildschütz” schrieb, in dem es unter anderem heißt: “Fünftausend Taler! Fünftausend Taler! Träum’ oder wach’ ich? Zittre und zag’ ich? Wein’ oder lach’ ich? Götter, was mach’ ich? Wahr bleibt es ewig doch, das Glück ist kugelrund, vor kurzem war ich noch ein rechter Lumpenhund; nicht sehr viel mehr als Mensch und Christ, und nun auf einmal – Kapitalist! Dir dank’ ich, ew’ges Fatum, jetzt meines Glückes Statum!”

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