Meisner zum Kotzen

Nun auch das noch. Der Kölner Kardinal Meisner ergreift das Wort. Ergreift? Nein, er würgt das Wort und schüttelt es, er vergewaltigt das Wort, er bringt das Wort um seinen Sinn. In einer  Predigt vergleicht er die Präimplantationsdiagnostik (PID), also Tests an künstlich, im Reagenzglas, befruchteten Embryonen mit dem biblischen Kindermord von Bethlehem durch König Herodes. Dazu nur soviel: Diese Herodesgeschichte ist ein Märchen. Nur im Matthäusevangelium ist von diesem Kindermord die Rede. Ansonsten gibt es keine weitere Quelle, die diesen Vorgang belegt. Nach Prof. Uta Ranke-Heinemann kenne man von Herodes genügend Schandtaten, doch beim bethlehemitischen Kindermord handele sich um eine christliche Verleumdung. Nun nutzt einer der erfahrensten christlichen Verleumder dieses Märchen für einen nicht mehr nur gewagten, sondern vollkommen unpassenden, einen atemberaubenden Vergleich. Wie kann man die flächendeckende Tötung aller männlichen Neugeborenen vergleichen mit der PID, die zum Ziel hat, den Einzelfall einer späteren Abtreibung einer implantierten befruchteten Eizelle zu verhindern oder die Geburt eines genetisch schwer geschädigten Kindes? Was kann dagegen sprechen, eine Zelle auf genetische Defekte hin zu untersuchen, bevor sie einer Frau eingepflanzt wird ? Wie kann man mit dem Schreckensbild eines landesweiten Kindermordes gegen das Leid und die Sorge von Eltern antreten? Mir kommt das Kotzen, wenn sich katholische Hardliner zu Fragen von Kindern, von Familien, von Sexualität äußern.

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