Tektonischer Horst

Nun also auch Horst Köhler. Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten. Ein einmaliger Vorgang  in der Geschichte des Republik. Die Kritik an seiner Afghanistan-Rede lasse, so der Ex-Präsident, “den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.” Mit Verlaub, Herr Präsident, eine zumindest mißverständliche Rede oder eine allemal unglückselige Formulierung stehen nicht außerhalb politischer oder medialer Kritik, nur weil sie vom Bundespräsidenten stammen. Kein Präsident dieser Republik stand jemals außerhalb von Kritik. Gottlob. Jedes unserer bisher neun Staatsoberhäupter hat auch Kritik an Amtsführung oder Formulierungen ertragen müssen. Ich kann der Begründung des Präsidenten nichts abgewinnen. Vorbildlich für Politik und Gesellschaft ist sie nicht. Als hätten die Menschen im Land nicht genug Krisen, Finanzkrise, Bankenkrise, Eurokrise, Regierungskrise, kommt jetzt noch eine Präsidialkrise dazu. Weitsichtig ist Horst Köhlers Entschluß jedenfalls nicht. Unnötig, unangemessen, unbegründet. Horst, so lese ich in Wikipedia, bezeichnet in der Geologie eine Verwerfungsstruktur. In der Politik wohl auch.

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