Der Teufel und das Weihwasser

Jürgen Manderla hat schlechte Laune nach einer schlaflosen Nacht. So zu lesen in der heutigen Ausgabe der Bergischen Morgenpost. Der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion in Wermelskirchen fürchtet die “Ampel-Koalition”. Wie sagt man? Wie der Teufel das Weihwasser. Interessant. Im Wermelskirchener Rat bildet Manderlas FDP gemeinsam mit den Grünen die “Bürgermeister-Koalition”. Im Landtag aber kann und darf nicht sein, was im bergischen Kleinstädtchen offenbar problemlos geht. “Für Manderla ist klar: Die Wähler hätten nicht die Liberalen gewählt, um jetzt mit SPD und Grünen zusammenzugehen. Wobei er sich die Frage noch nicht beantwortet hat, ob nicht eine ‘Ampel’ besser sei als Rot-Rot-Grün. ‘Sicher wäre das dem Wähler besser zu transportieren. Aber wir sind inhaltlich zu weit auseinander – zum Beispiel bei der Atom- und der Schulpolitik.’ Er wisse nicht, wie das gehen solle.” So die Morgenpost. Der Wähler, Herr Manderla, hat die FDP gewählt, die Linken, die Grünen, damit im Landtag Politik für das Land und für die Menschen des Landes gemacht wird. Alle Abgeordneten sind Vertreter des Volkes, alle gleich viel wert, ob man einzelne von ihnen nun mag oder nicht. Das Votum des Wählers ist in der Tat eine harte Nuß für Politiker. Wer die Ausschließeritis bevorzugt, nur das Trennende in den Vordergrund stellt, der ist letztlich nicht politikfähig. Offenbar müssen Parteipolitiker noch lernen, die Belange des Landes vor die der Partei zu stellen. Wer verhindern will, daß die Linken eine Koalition mit Grünen und SPD eingehen, der darf sich einer rot-grün-gelb-blauen Koalition eben nicht verschließen. Denkverbote, Gesprächsverbote sind das Gegenteil von Politik. Es ist Zeit für Gespräche aller mit allen. Und für eine Entpinkwartisierung der Landespolitik.

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