Nach dem Mißbrauch die Verhöhnung

Unfaßbar! Da werden die Zahlen der Opfer des Kindesmißbrauchs durch katholische Jesuiten-Priester dreistellig und was folgt? Bischof Walter Mixa macht die “sexuelle Revolution” für Kindesmißbrauch und sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in der katholischen Kirche mitschuldig. Eine ekelhafte Verhöhnung der Opfer. Da bleibt einem glatt die Spucke weg. Der Papst liest den irischen Bischöfen die Leviten. Von “abscheulichen Verbrechen”, spricht er, von schwerer “Sünde, die Gott beleidigt und die nach seinem Vorbild geformten Menschen in ihrer Würde verletzt.”  Hunderte von Mißbrauchsfällen in der katholischen Kirche haben ein gesellschaftliches Erdbeben im katholischsten Land Europas zur Folge. Die “moralische und geistige Glaubwürdigkeit” der Kirche müsse wiederhergestellt werden, wieder hergestellt, so Benedikt XVI. Es bedürfe “konkreter Maßnahmen”, um die Wunden der Opfer zu heilen. Und Walter Mixa aus Augsburg? Er macht den Zeitgeist (mit)schuldig für Verbrechen an Kindern und Jugendlichen in Deutschland, für Vergehen an Schutzbefohlenen in unserem Land. Haarsträubend. Die Schuld der Kirche, die individuelle Schuld katholischer Priester wird flugs gemindert, indem sie der Gesellschaft in die Schuhe geschoben wird, ihrem Zeitgeist, der gesellschaftlichen Debatte über Sexualität und Sexualmoral. Ein Seelsorger, der offenbar keinerlei Idee hat von der verwundeten Seelen der Opfer. Ihm geht’s nur um Entlastung seiner Kirche. Dieser Kirche, besser: diesen Kirchenrepräsentanten traue ich eine schonungslose Aufklärung nicht zu. Und nicht über den Weg.

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