Kategorie: Medien


Den Rundfunk nicht den Erbsenzählern überlassen

26. März 2012 - 12:03 Uhr

Gert Monheim, mehrfach ausgezeichneter und preisgekrönter Dokumentarfilmer, Autor und Redakteur, plädiert in der Funk-Korrespondenz dafür, den Rundfunk nicht der Guillotine der Erbsenzähler zu überlassen, die Quote vor Qualität, Akzeptanz vor gesellschaftliche Bedeutung stellen. “Das öffentlich-rechtliche System verliert seine Legitimation, wenn es auf Quantität und nicht auf Qualität, wenn es auf Beliebigkeit und nicht auf Relevanz setzt. (…) Damit fünf Talkmaster mit einer überschaubaren Anzahl von immer gleichen Gäste von Sonntag bis Donnerstag in der ARD plaudern können, erreichen die Dokumentationen, in denen gesellschaftliche Zustände grundsätzlich und nachhaltig untersucht werden, den normalen Gebührenzahler oft nicht mehr, der am nächsten Morgen zur Arbeit muss. An diesem Beispiel wird überdeutlich, auf welchen verhängnisvollen Weg die ARD sich begeben hat.”

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Kieselstein

25. März 2012 - 12:23 Uhr

„An Ihnen ist alles ein bisschen zu perfekt. Wie ein Kieselstein. Mir brennt diese Frage unter den Nägeln: Sind Sie an Ihrer Karriere interessiert, am Wohl der Bürger oder am Wohl Ihrer Partei?‘“ Frage (und Antwort zugleich) der Publizistin Ursula Kosser in der letzten Hart-Aber_Fair-Sendung an den FDP-Spitzenkandidaten in Nordrhein-Westfalen Christian Lindner.

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Patschzufrieden

24. März 2012 - 11:03 Uhr

Da hat jemand richtig abgerechnet. Mit dem Fernsehen. Malte Welding heißt er. In der Berliner Zeitung hat er unter dem Titel “Stirbt das Land vor Langeweile?” in einer bösen Philippika gegen Mutlosigkeit und Mittelmaß im bundesdeutschen Fernsehen abgeledert. Und zugleich doch auch eine Liebeserklärung an das Medium verfaßt. “Wer auf das Fernsehen pfeift, schaltet ein, wer es mag, bringt es nicht über sich, die Kiste anzumachen”, schreibt Meldung und bezieht sich auf einen Satz des Medienjournalisten Stefan Niggemeier: “Menschen, die besonders gerne Fernsehen gucken, gucken kein Fernsehen mehr.” Ein eigenartiger Befund. Aber ein richtiger. Ich beispielsweise schaue immer weniger Fernsehen. Und dabei mag ich das Medium, mit dem ich seit über dreißig auch beruflich verbunden bin. Man kann auch heute noch immer wieder Entdeckungen machen im deutschen TV-Angebot. Aber man muß länger, viel länger suchen.

Bei Welding liest sich das so: “Bestimmt findet man im deutschen Fernsehen etwas, das einem gefällt, wenn man bloß lang genug sucht. Aber wann immer mir Fernsehen geschieht, fühlt es sich an, als sei ich in der Kneipe von zwei Hünen angerempelt und mit Bier eingenässt worden. Ich werde aggressiv, bekomme Kopfschmerzen, kann aber nichts machen. Soll ich etwa selbst besseres Fernsehen machen?” Klar. Italienisches Fernsehen oder auch französisches gestatten sich noch ganze andere Standards. Dagegen ragen die deutschen Programme noch heraus. Aber reicht das schon? Nein. Die Rundfunkanstalten haben Mühe, junges Publikum vor ihren Programmen zu versammeln. Die Generation unter dreißig trifft sich mit Laptops, Smartphone oder Tablets bei Youtube. Die besser gebildeten Gesellschaftsschichten kultivieren ihre Fernsehferne verächtlich mit anderen Kulturmedien, Büchern, Konzerten, Museen, was immer die Gesellschaft noch vorhält. Nach Welding zeigt die nach Milieus unterteilte Quotenverteilung „praktisch alle deutschen Programme im linken unteren Eck, wo sich relativ geringes Einkommen und relativ geringer Bildungsstand treffen. ZDFneo, als digitaler Spartenkanal gedacht für junge Menschen mit Gehirn, hat einen Marktanteil von 0,3 Prozent.” Dabei boomt das deutsche Fernsehen. Die Quoten sind schwindelerregend, die Fernsehdauer nimmt immer weiter zu, Jahr für Jahr kommen weitere Minuten hinzu. Einen “stummgeschaltenen Jahrmarkt” nennt Welding die Wohnzimmerecke mit Fernsehgerät. “Würde man ihn zum Leben erwecken, dann wäre er zunächst einfach nur wahnsinnig laut, dann erst würde man die einzelnen Geräusche als Werbung deuten können oder als Frauke Ludowig oder als Polizeisirene.” Oder vielleicht als Talk. “Und Fernsehen, das ist Talk. Endloser Talk. Immer wieder Talk. Nicht über alles. Sondern immer über dasselbe. (…) Früher deckte man Skandale auf, heute spricht man drüber. Was denkt denn wohl Helmut Dietl über Christian Wulff? Ist irgendein ehemaliger Politberater noch nicht befragt worden, ob er Guttenberg für einen Plagiator hält? Kenne ich etwa die Meinung von Roger Willemsen zur drohenden Griechenland-Pleite nicht, kann mir entgangen sein, was Veronika Ferres von der Bankenkrise hält?” Fernsehen sei, so Welding weiter, Bohlen, der “Blockwart des Ballermann”, Michaela Schäfer, “die nackteste Frau der Welt”, das seien afro-amerikanische Knastinsassen, “die in einer aberwitzigen Synchronisation Bühnenhochdeutsch sprechen” oder der, “der früher einmal Fernsehen gemacht” habe und nun seine Rente auf dem Bildschirm abfeiere, nämlich Harald Schmidt, der irgendwann “eine Art großer Mann des Bumswitzes sein” werde, jetzt aber das “Mehltau gewordene Mahnmal der Langeweile, ein nicht enden wollendes Schlafwandeln”, mehr noch, ein Irrtum, er sei “ein Ghost Jobber”. “German Television proudly presents.” By the way: Was macht eigentlich Albrecht Metzger so? Dreiunddreißig Prozent der deutschen Fernsehkonsumenten sind Intensivnutzer. Ihre Apparate laufen bis zu acht Stunden täglich. Ob sie indes auch Intensivseher sind, ist durchaus fraglich. Viele machen neben laufendem TV-Programm anderes. Das Fernsehen macht lediglich den Hintergrund. Oder den guten Freund. Das Fernsehen sendet, gleich, ob man zusieht, bügelt, kocht, liest, schläft oder verdaut. “Das deutsche Fernsehen steht so patschzufrieden im eigenen Saft,” schreibt Malte Welding, “dass es mit großer Fröhlichkeit darin ersaufen wird, in der Karnevalsbrühe aus Küstenwachenwiederholungen und Serien mit Tieren in der Hauptrolle und Selbstversicherungskabarettsendungen und Redaktionen nach Parteiproporz, die Politsendungen simulieren, und ist die Rente sicher und kippt der Euro und stirbt das Land? Ja, das Land stirbt. Vor Langeweile. (…) Gottschalk, der vor 30 Jahren wirklich frisch und neu war, kam aus dem Nichts. Er hinterließ: Lanz.” Sein Resume: “Damit das mit den Quoten so bleibt, darf das Programm auf keinen Fall stören. (…) Ein Fernsehabend in Deutschland ist eine Vorschau: So doof, so alt, so verklemmt und laut und totgespart wird irgendwann das ganze Land aussehen. Aber vielleicht geschieht ja einmal ein Wunder.” Was hat uns das Fernsehen mit seiner Werbung gelehrt? Nichts ist unmöglich.

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Agathe, Agathe

18. März 2012 - 15:04 Uhr

“Wenn ein Amt bewählt wird durch ‘Prominente’ wie Otto Rehagel, Friede Springer, Ingo Appelt, Senta Berger und Co. dann wird auch nicht durch einen würdevollen Kandidaten ein würdevolles Amt bekleidet. Diese Wahl ist unwürdig! Wer entscheidet bitte darüber, wer aus welchen Gründen prominent ist und was haben (diese) ‘Prominente’ in der Bundesversammlug verloren?
Was für eine Lächerlichkeit!” So die Leserin Agathe heute in ihrem Kommentar in der Online-Ausgabe des Berliner Tagesspiegel.

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Anwanzend

14. März 2012 - 17:22 Uhr

Die FAZ Online zu Markus Lanz:

“In dem Programm, auf dem ZDF steht, ist Lanz drin, auf dessen eher anwanzenden Moderationsstil sich der Sender wohl sogar – wie auch der Beitrag im ‘heute journal’ nahelegte – noch etwas einbildet.”

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Sehdauer ist nicht Sehstärke

14. März 2012 - 17:08 Uhr

Mal wieder: Der Fernsehkonsum hat zugenommen. Wie Joachim Huber im Tagesspiegel berichtete, hat die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) herausgefunden, daß die Deutschen 2011 durchschnittlich drei Stunden und 45 Minuten täglich vor dem Fernseher zugebracht haben. Zweihundertfünfundzwanzig Minuten stellten einen neuen Höchstwert dar und überstiegen den Wert des Vorjahres um nochmals zwei Minuten. Zwei Spielfilme und zwei längere Nachrichtensendungen, Tag für Tag, wir alle, durchschnittlich. “Auch die tägliche Sehdauer der Zuschauer ab 14 Jahren lag mit 239 Minuten zwei Minuten über dem Vorjahreswert. Die Sehdauer der 14- bis 49-Jährigen lag bei 192 Minuten und die der Drei- bis 13-Jährigen stabil bei 93 Minuten täglich. (! W.H.) Was an diesen Zahlen muss beunruhigen? Zum Nachdenken kann jedenfalls anregen, wie groß, wie sehr groß die Reichweite des elektronischen Mediums ist. Soll man vom Lebensmittelpunkt sprechen, vom Lebensbegleiter, von der audiovisuellen elektronischen Lebens-, ja Überlebensbedingung? Über die Tiefe oder die Oberfläche der Wirkung von Fernsehen kann verlässlicher spekuliert als endgültig geurteilt werden. Es kommt auf den Einzelnen, auf jeden einzelnen Zuschauer an. Jeder kann fernsehen, trotzdem sieht ein jeder anders fern. Beruhigend in der großen Zahl.” Soweit Joachim Huber. Beunruhigend. In der großen Zahl. Nicht jeder kann fernsehen. Und trotzdem sieht ein jeder anders fern. Sehdauer ist nicht Sehstärke.

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Ejakulativ

7. März 2012 - 23:21 Uhr

“Für Messi haben sie hier in Barcelona den Ejakulativ erfunden, das ist jenseits des Superlativs.” (Wolff-Christoph Fuss, hauptberuflich selbsternannter Sprachkünstler und nebenamtlich Fußballkommentator bei SAT1, heute Abend beim Fußballchampionsleaguespiel FC Barcelona gegen Bayer 04 Leverkusen, in dem Messi allein fünf Tore gegen die Leverkusener Kicker erzielte)

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Zeitungslandschaft

27. Februar 2012 - 14:35 Uhr

Irgendwie doch befremdlich, wenn in der Zigaretten- und Zeitungsecke einer Kaufhalle im Kölner Norden im von der Süddeutschen gesponserten Zeitungsständer vier türkische, eine serbische und zwei italienische Blätter zu finden sind sowie ansonsten nur noch mehrfach Bild und Express.

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Half und All, wer soll das verstehen…

17. Februar 2012 - 21:08 Uhr

Nur den hier noch, dann höre ich auch auf für heute ….

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