15. Oktober 2009 - 23:52 Uhr
Der “Ehrenmord”-Krimi erscheint nun doch. Nachdem der Düsseldorfer Droste Verlag Bedenken hatte, den Roman von Gabriele Brinkmann zu veröffentlichen, weil man islamistische Reaktionen befürchtete, hat sich nun der Leda-Verlag in Leer entschlossen, den Krimi unter dem Titel “Wem Ehre gebührt” zu publizieren. Schon am kommenden Freitag sollen auf der Buchmesse die ersten Exemplare zu haben sein. Ab 19. Oktober wird das Buch im Handel sein. “Der Roman ist kritisch und dürfte manchen provozieren, natürlich, aber er differenziert auch”, sagte die Verlegerin Heike Gerdes. Das Buch greife nicht “die Türken” oder “den Islam” an, sondern nur die Auswüchse einer frauenfeindlichen Einstellung, die sich auf Tradition und Religion berufe, um Männern die Macht zu erhalten.
Kommentieren » | Literatur
2. Oktober 2009 - 17:58 Uhr
Wenn bekannt würde, daß, sagen wir mal der französische Präsident die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling der Anstiftung zur Hexenkunst bezichtigt und dann persönlich verhindert, daß die britische Bestsellerautorin mit einem französischen Orden geehrt wird, dann würde man eine solche Meldung doch kaum glauben. Prusten würde man vor Lachen. Aber: Es ist die pure Wahrheit. Nur handelt es sich, natürlich, nicht um den französischen, sondern um den ehemaligen amerikanischen Präsidenten, G.W. Bush. Und bei der Ehrung handelt es sich um die “Presidential Medal of Freedom”, die höchste zivile Auszeichnung der USA, die auch Ausländern zuerteilt werden kann. Ausgeplaudert hat dies ein ehemaliger Redenschreiber der amerikanischen Regierung. Ich sag’s mal mit Max Liebermann: Soviel kann man gar nicht fressen, wie man kotzen möchte.
1 Kommentar » | Gesellschaft, Literatur
28. August 2009 - 18:26 Uhr
“Nun, es ist bekannt, welche Abgründe des Ungeistes oder der Einfalt es gibt, und welche Abgründe des Elends, und welche Begier der Menschen, die eine geistige Wahrheit nicht zu fassen vermögen, das Unmögliche in der Gestalt des Absurdesten für wahr zu halten (…).”
Gefunden in einem vergessenen Roman eines vergessen Schriftstellers: Janna DuCoeur von Albrecht Schaeffer. Albrecht Schaeffer kehrte im November 1950 nach elfjährigem Exil aus den USA nach Deutschland zurück und verstarb hier nur drei Wochen später, am 4. Dezember 1950. “Ich (kann) nicht sagen, daß ich Deutschland anders als körperlich verlassen hätte”, notierte er noch in einer autobiographischen Anmerkung für seinen Verlag.
Gelesen habe ich diese Zeilen auf Seite 259 gestern Nacht. Warum nur kam mir dabei der Wermelskirchener Wahlkampf in den Sinn?
2 Kommentare » | Literatur