Kategorie: Geschichte


Vordenker

29. September 2011 - 17:49 Uhr

So einfach geht das. Man setze eine Dissertation in den Teich, belüge die Öffentlichkeit nach Strich und Faden, ziehe dann mit Getöse und großer Geste den Schwanz ein, kaufe mit den Millionen des Adelsgeschlechts im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten ein hübsches Anwesen und ergaunere sich bei einem Thinktank, einer Denkfabrik, ein wenn auch unbezahltes Pöstchen – und schon bist du ein “angesehener Staatsmann”, ein “Distinguished Statesman”, ein Vordenker in der Denkfabrik. Gut: Nicht jedem Krethi oder Plethi bietet sich diese Chance. Von und zu Guttenberg muß man schon heißen und sein. Dann aber macht auch eine stümperhaft gedachte und mangelhaft vorbereitete Bundeswehrreform nichts aus, dann sind die öffentlichen Lügen nicht mehr wichtig, das arrogante Adelsgehabe, die billige Edlen-Show, mit der die Gutti-Fans so zu beeindrucken waren. Den “angesehenen Staatsmann” kann nichts wirklich aus der Bahn werfen. Also, Silvana und all die anderen Promotionsbetrüger, hier zeigt einer, wie’s geht. Auf.

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Schlußstrich

12. September 2011 - 12:03 Uhr

Die gab es auch mal, die Schlußstrich-FDP…..

FDP einst

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Nine Eleven

11. September 2011 - 23:51 Uhr

Nine Eleven, der elfte September, ist, aller medialen Überversorgung zum Trotz, keineswegs nur der Tag, an dem sich der terroristische Überfall auf das World Trade Center und das Pentagon zum zehnten mal jährt. Der elfte September ist auch der Tag, an dem vor heute achtunddreißig Jahren, 1973, das chilenische Militär unter Führung des Generals Augusto Pinochet und mit tatkräftiger Hilfe amerikanischer Geheimdienste gegen die demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Salvatore Allende putschte. 30.000 Tote waren laut Amnesty International alleine im ersten Jahr Opfer der Militärdiktatur. Nicht feststellbar die Zahl der Gefolterten und der bis heute Verschwundenen.

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Wettlauf mit der Zeit

8. Juli 2011 - 15:19 Uhr

Gestern hat der Rat der österreichischen Stadt Braunau am Inn Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde offiziell aberkannt. Einstimmig. Nur sechsundsechzig Jahre nach der Selbstentleibung des in Braunau geborenen Führers der Nationalsozialisten. “Den Wettlauf mit der Zeit verlieren am häufigsten Politiker.” (Siegfried Wache, 59, Buchautor)

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Stolpersteine und Mehrwertsteuer

21. Juni 2011 - 20:33 Uhr

Stolpersteine, so nennt der Künstler Gunter Demnig sein Projekt. Betonsteine, auf deren Oberseite eine Messingplatte je individuell an das Schicksal von Menschen erinnert, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert oder vertrieben wurden. Als kleine Gedenktafeln werden sie vor den ursprünglichen Wohnorten der NS-Opfer in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Man stolpert also nicht mit den Füßen, sondern mit Augen, Kopf und Hirn. Ein europaweit bedeutsames Projekt des Erinnerns und Mahnens. Weit mehr als siebenundzwanzigtausend solcher Stolpersteine hat Gunter Demnig in fünfhundertdreißig Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, Tschechien, der Ukraine und Ungarn eingesetzt. Stolpersteine für Dänemark und Frankreich befinden sich in der Planung. Wenn das Finanzamt mitspielt. Denn die Kölner Steuereintreiben wollen den Künstler mit dem vollen Mehrwertsteuersatzt von neunzehn Prozent belegen, weil es sich um “Massenproduktion” handele und nicht um eine schöpferische Tätigkeit. Insofern könne der ermäßigte Steuersatz für urheberrechtlich geschützte Kunstwerke nicht in Anspruch genommen werden. Auf eine Steuernachzahlung verzichten die Kölner Finanzbeamten mittlerweile, nachdem sie sich lautstarken Protest und harscher Kritik ausgesetzt sahen. In Zukunft aber solle der volle Mehrwertsteuersatz entrichtet werden. So ist das, wenn Steuereintreiber als Kunstexperten tätig werden. Der Finanzminister des Landes, Norbert Walter-Borjans, ist aufgerufen, dem aberwitzigen Treiben seiner Beamtenbanausen, die in den Stolpersteinen lediglich “Hinweisschilder” zu erkennen vermochten, ein schnelles Ende zu bereiten. Der Kölner Stadt-Anzeiger zitiert den Finanzminister heute mit den Worten: „Es handelt sich um ein einziges Werk der Erinnerung, das durch den Künstler permanent vervollständigt wird.“ Na also, geht doch.

Stolpersteine in Wuppertal

Stolpersteine in Wuppertal

 

 

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3. Juni 2011 - 15:04 Uhr

Es ist nur sechsundsechzig Jahre her – und dennoch hat die Welt sich komplett verändert. Berlin, Unter den Linden am 3. Juni 1945.

Unter-den-Linden, 3. Juni 1945

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Epistel über die Falschheit

28. Februar 2011 - 23:38 Uhr

Verflucht sei jener erste Schuldbefleckte,
Der vormals arge Ränke spielen ließ,
Der in den Staub die hehre Wahrheit stieß
Und Falschheit mit der Tugend Firnis deckte!
(…)
Die Welt nahm sich den Frevler zum Exempel
Und ließ die Wahrheit ohne Kult und Tempel.
Seitdem war bei den Menschen nichts mehr echt:
Die Tugend ward dem Laster preisgegeben;
Der Lump verlangte Achtung wie ein Recht
und ließ zum “höhren Geist” sich frech erheben.
Freundschaft ward selten; Doppelzüngigkeit
Trug das Gewand treuherz’ger Biederkeit.
In dieser Maske, schwer erkenntlich, barg
Sich wie ein Freund der Schurke, der Verräter.
Und so nasführt die Welt ein Übeltäter
Und meint, sie hätte seines Truges kein Arg.
Mit Abgefeimtheit, wähnt er, werd’s ihm glücken,
Und sicher fühlt er sich durch seine Tücken …
(…)

(Im Mai 1740 verfasst von Friedrich, dem Großen. Im Februar 1750 umgearbeitet und in die “Oeuvres du philosophe du Sanssoussi” aufgenommen.)
271 Jahre alt und aktuell, oder?

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Nach Gutsherrenart

21. Februar 2011 - 22:36 Uhr

“Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt, und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde.” Mit diesen Worten zitiert der Tagesspiegel heute Karl Theodor zu Guttenberg. Gestern noch waren alle Vorwürfe gegen ihn “absurd”. Gestern bestand er noch darauf, daß er seinen Doktor nach Prüfung durch die Uni später wieder führen werde. Peinlich und armselig, der gegelte Adelssproß. Ein Rückzug auf Raten, in adligen Dosen. Wer gibt eigentlich diesem Dünkel das Recht, nach Gutsherrenart über seinen Doktortitel zu entscheiden, nach Gutsherrenart mit Gesetzen und Promotionsordnungen umzuspringen? Niemand. Das ist nur ein angemaßtes Recht. Die Universität entscheidet. Nur die Universität. Einfach zurückgeben kann man einen solchen akademischen Grad nicht. Auch der Freiherr nicht. “Ich habe diese Arbeit selbst geschrieben. Ich stehe dazu, aber ich stehe auch zu dem Blödsinn, den ich geschrieben habe”, so zitiert der Tagesspiegel zu Guttenberg weiter. Blödsinn? Nein, nein, lieber Freiherr. Blödsinn, so eine Art Dummer-Junge-Fehler, das lassen wir Ihnen nicht durchgehen. Das Ganze war ein schlichter Betrug. Ich will nicht von Leuten regiert werden, die glauben, sie stünden jenseits der Regeln, die für alle gelten, außerhalb der Gesetze. Ich will nicht von Leuten regiert werden, die die Ordnung nach Gutsherrenmanier außer Kraft setzen für den eigenen miesen Vorteil.

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Weltflüchtlingstag

16. Januar 2011 - 10:42 Uhr

Heute ist der Weltflüchtlingstag. Jedenfalls, soweit er von der katholischen Kirche als Gedenktag seit 1914 begangen wird. Vor zehn Jahren hat die UNO beschlossen, den 20. Juni international zum  Weltflüchtlingstag, genauer: Welttag der Migranten und Flüchtlinge auszurufen.

Flüchtlingskinder in Köln

Diese drei Pänz hier sind Flüchtlingskinder und spielen im Dezember 1954 im  Neubauviertel Stegerwaldsiedlung in Köln-Mülheim.

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