Schreiben Sie einen Kommentar, melden Sie sich zu Wort, mischen Sie sich ein. Nur wer das Wort ergreift, kann auch gehört werden. Und wer das Wort ergreift, kann auch sein Gesicht zeigen, sollte also seinen Namen nennen.
Der Wiener Kabarettist, Schriftsteller, Liedermacher, Komponist Georg Kreisler ist tot. Heute verstarb er im Alter von neunundachtzig Jahren. Ein Meister der Sprache, des schwarzen Humors, der scharfen Kritik an Gesellschaft und Politik. Ein Anarchist, ein Widerborstiger.
“Freiheit hat mit Deutschland selbstverständlich was zu tun, sofern man wirtschaftlich dazu was beiträgt.”
Ach, ja. Vinegar Joe. Robert Palmer, Elkie Brooks, Peter Gage und Steve York. Drei, vier Jahre nur und dann war wieder Schluß. Hier ein Stückchen aus dem Jahr 1972, Rusty Red Armour.
What a Voice! Elkie Brooks, früheres Mitglied der R&B-Band Vinegar Joe, singt “Pearl’s A Singer”. Mit der Inbrunst, der Leidenschaft, einer Stimme, die sich 1977, als sie den Song mit zweiunddreißig Jahren aufgenommen hatte, erst andeuteten. Hier eine Aufnahme der seinerzeit Einundsechzigjährigen aus dem Jahre 2006.
Den besten Weg vom Violinenkonzert in d-moll, opus 47, von Jean Sibelius zum Rockklassiker Kashmir von Led Zeppelin geht die amerikanische Ausnahmeviolinistin Luca Micarelli. Aufgenommen im Jahre 2007 in Salt Lake City. (Für den Tip danke ich dem Schockwellenreiter.)
„Mich, wenn sie mich zu Grabe tragen, also dann mitten durch die Stadt. Auf einen offenen Leichenwagen, dass man davon noch was hat. Kurz durch die Schmuddelkinder-Viertel, möglichst im Morgen seinen Schein. Lasst doch den schwarzen Kutscher fluchen, mein erster Schulweg soll es sein.“
Franz Josef Degenhardt, Liedermacher, Schriftsteller und Anwalt, verstarb am 14. November 2011 im Alter von 79 Jahren. Wie kein anderer verlieh er der 68er Bewegung und der politischen Linken in Deutschland eine laute Stimme.
“Jeder weiß, dass Geld nicht auf der Wiese wächst. Und essen kann man es auch nicht, aber es brennt gut. Aber heizen tun wir mit Weizen, mit Rüben und Mais. Wenn wir noch lange so weiterheizen, brennt der Hut.” (Hubert von Goisern, 2011)
Wie blöd darf man als Europa-Abgeordnete eigentlich sein? Und wie dreist? Da hat in der vergangenen Woche die Uni Heidelberg der europäischen Vorzeigefrau der FDP, Silvana Koch-Mehrin, den Doktortitel entzogen, weil ihre Doktorarbeit eine Ansammlung von Plagiaten ist, also Betrug und ein Vergehen an den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens; aber anstatt demütig und beschämt zu schweigen, greift die FDP-Schönheit nun die Hochschule an. Die Schwächen ihrer Arbeit seien schließlich schon vor elf Jahren bekannt gewesen. Zwischen den Zeilen soll man wohl lesen, daß schon damals die Plagiate bekannt waren. Oh Herrgott! Welches strategische Genie hat die FDP-Leichtmatrosin beraten? Lautstärke und Dreistigkeit statt Verstand, Demut und Moral. Solche “Leistungsträger” und Abgeordnete hat das Land weiß Gott nicht verdient. Passend, jedenfalls, was die erste Refrainzeile angeht, dazu Robert Palmer mit “Bad Case of Loving You”. Dort heißt es unter anderem: “No pill’s gonna cure my ill” oder “A pretty face don’t make no pretty heart”.
Kann man eine Stadt als “Dying City”, als sterbende Stadt bezeichnen, wie es das amerikanische Mgazin Newsweek” getan hat, wenn sie so etwas auf die Beine stellt? Von Grand Rapids ist die Rede, einer 188.000 Einwohnerstadt in Michigan. Am 22. Mai haben mehr als fünftausend Einwohner von Grand Rapids einen neuen Weltrekord aufgestellt: im Lip-Dub-Wettbewerb, also einer Art Playback-Weltmeisterschaft. Die Feuerwehr war dabei, Sportvereine, der Bürgermeister, Polizei, alte Menschen, Junge, Tänzer, Kanuten, Freundeskreise, Dicke, Chöre, Schulen, Feuerwerker, Hubschrauberpiloten, Geschäftsleute, Jugendgruppen, Dünne, Hochzeitspaare, Cheerleaders – alle waren dabei. Finanziert worden ist das 40.000-Dollar-Unternehmen ausschließlich durch lokale Sponsoren. We “wanted to create a video that encompasses the passion and energy we all feel is growing exponentially, in this great city. We felt Don McLean’s “American Pie,” a song about death, was in the end, triumphant and filled to the brim with life and hope.” So Rob Bliss, Regisseur und ausführender Produzent dieses Imagevideos einer “sterbenden Stadt”, das in der Tat von der Leidenschaft und Energie, von Leben und Hoffnung der Totgesagten kündet. Viel Spaß!