Von Putzfrauen, Bänkern und Steuerberatern

Die Leistungsträger einer Gesellschaft, so wird uns seit Jahren immer wieder erklärt, sind vor allem jene, die für ihre Leistungen überdurchschnittliche Gehälter, Honorare und Boni kassieren. Leistung ist in unserer Gesellschaft mehr oder weniger ausgesprochen an Einkommen gekoppelt. Nicht an Verdiensten. Eine Studie der  britischen New Economics Foundation (NEF), nach eigenen Angaben eine unabhängige Denkfabrik, deren Forscher über soziales und nachhaltiges Wirtschaften nachdenken, räumt nun mit dem Irrglauben auf, wer viel verdiene, habe auch viel geleistet. Wie der Spiegel berichtet, haben Experten dieser Stiftung  das Einkommen unterschiedlicher Berufsgruppen mit der Wirtschaftsleistung oder der Leistung für die Gesellschaft verglichen. Das Ergebnis: Verheerend. Im Falle von Spitzenbänkern verhält es sich so, daß für jedes Pfund Einkommen die Gesellschaft sieben Pfund draufzahlt. Werbeagenturen vernichten mit jedem Pfund Verdienst einen gesellschaftlichen Wert von elf Pfund. Im Falle von Steuerberatern schließlich kostet jedes verdiente Pfund die Gesellschaft den Gegenwert von 47 Pfund. “Bei vielen Jobs im Niedriglohnsektor fällt die Rechnung ganz anders aus, nämlich positiv. So liege das Verhältnis zwischen Einkommen und gesellschaftlicher Wertschöpfung bei Müllmännern bei eins zu zwölf. Müllmänner helfen demnach, durch Recycling CO2-Emissionen einzusparen und Rohstoffverbrauch zu verringern. Die hochbezahlten Banker hingegen hätten mit fehlgeschlagenen Spekulationen hohen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet.” Im Bereich der Kinderbetreuung etwa bewirke ein Pfund Einkommen einen gesellschaftlichen Gewinn zwischen 7,00 und 9,50 Pfund. Selbst Reinigungskräfte in einem Krankenhaus tragen laut der Studie mehr zum Wohl der Gesellschaft bei als Banker. “Für jedes Pfund, das wir ihnen zahlen, generieren sie mehr als zehn Pfund an gesellschaftlichem Wert”, schreiben die Autoren. Fazit: Es sei schlicht falsch, von hohem Einkommen auf gesellschaftliche Leistung zu schließen. Vor allem jene Wirtschaftszweige mit höchsten Einkommen tragen kaum die Kosten, die sie der Gesellschaft tatsächlich aufbürden.

2 Kommentare

  1. Michael Lichtenberg

    Geld verdienen heißt es. Oft sagen Menschen im Spaß,”dass was ich verdiene zahlt mir eh kein Mensch!”
    Die Summen, die da bezahlt werden, verdient eh keiner. Es kann niemand so gut sein, dass er mehrere Millionen verdient.
    Deshalb finde ich, sollte in diesem Zusammenhang nicht von Verdienst gesprochen werden. Hier handelt es sich um eine besonders übele Methode des legalisierten Diebstahls von Gemeinwohl. Jedenfalls finde ich das. Erst nehmen wir die Gans aus, dann lassen diese Damen und Herren sie vergammeln und die Kanzlerin kauft von Steuergeld eine neue. Das Spiel beginnt von Vorne.
    Das Geld kostet 1%, der Bürger zahlt für z.B. Kontokorentkredite aber 11% und mehr. U.s.w. Zertifikate werden wieder angepriesen, als wäre nichts geschehen.
    Prost Neujahr!

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